Historisch schlechte Zuckerrübenernte in Sicht: Was das für die Bauern und Südzucker bedeutet
In Teilen Frankens wird eine katastrophal schlechte Zuckerrübenernte erwartet. Verantwortlich dafür ist die anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate. Stefan Streng, Landwirt aus Uffenheim, ist Vorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer (VSZ) und des Aufsichtsrats der Südzucker AG. Er erklärt, welche Folgen die Missernte für den Zuckerrübenabau hat und vor welchen weiteren Herausforderungen die Branche aktuell steht.
Der VSZ rechnet mit einer historisch schlechten Zuckerrübenernte in ganz Süddeutschland. Wie sehen die Prognosen genau aus?
STEFAN STRENG: Der süddeutsche Raum ist wie ein Flickenteppich. Je nachdem, wo Gewitterniederschläge gefallen sind, schaut es mal besser, mal schlechter aus. In manchen Regionen bekommen wir eine etwas schwächere Ernte, in anderen wird sie möglicherweise katastrophal schlecht ausfallen. Da hilft auch der Regen der letzten Tage nichts, weil der erst einmal in den Blattneuaustrieb geht. Ich schätze, wir werden am Ende bei einem Minderertrag zwischen 20 und 30 Prozent herauskommen.
Neue Rübenkrankheiten, der Zuckerpreis lange auf Talfahrt. Das schlägt auf die Stimmung der Landwirte. Lohnt sich der Zuckerrübenanbau noch?
STRENG: Wir müssen zwei Sachen trennen. Die Situation aufgrund der neuen Krankheiten Stolbur und SBR ist schwierig. Da arbeiten wir mit Hochdruck an Lösungen. Im Moment unterstützt uns die Politik mit Notfallzulassungen für Pflanzenschutzmittel, um eine Brücke zu bauen bis wir über den züchterischen Fortschritt, also resistente Sorten, Lösungen haben. Am meisten schlägt dem........
