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Gleichstellung durch Pflege von Angehörigen in Gefahr? Belastung wächst vor allem für Frauen

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23.10.2026

Die Pflege in Deutschland findet größtenteils zu Hause statt. Laut der aktuellen Pflegestatistik werden etwa 86 Prozent der Pflegebedürftigen ambulant versorgt – also von Angehörigen und/oder einem Pflegedienst. Übernehmen Angehörige die Pflege, wird auch von informeller Pflege gesprochen. Sie kostet allerdings viel Kraft und auch Zeit, weshalb berufstätige Pflegende oft vor der Frage stehen, wie sich Pflege und der eigene Job vereinbaren lassen.

Die Antwort ist nicht selten eine Reduzierung der Arbeitszeit oder sogar eine vorübergehende Aufgabe des Berufs. Das kann sich negativ auf die eigenen Finanzen oder die spätere Rente auswirken. Wie eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung und dem Forschungsinstitut Prognos deutlich macht, sind aber auch die Folgen für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft in Deutschland nicht zu unterschätzen. Weil zudem Frauen besonders häufig Pflegearbeit leisten, warnt Arbeitsmarktexpertin Michaela Hermann laut der Bertelsmann Stiftung vor einem „gleichstellungspolitischen Rückschritt“, wenn jetzt nicht eingegriffen wird. Zu welchem Ergebnis kommt die Studie und was fordern die Autoren?

Pflege von Angehörigen wirkt sich auf Arbeitsmarkt aus: Bis 2045 könnten 229.000 Vollzeitstellen verloren gehen

Im Jahr 2023 gab es der Pflegestatistik zufolge in Deutschland rund 5,7 Millionen pflegebedürftige Menschen mit einem Pflegegrad von 1 bis 5. Der Studie zufolge, die mit ebendiesen Zahlen gearbeitet hat, wurden im selben Jahr etwa 75 Prozent der Pflegebedürftigen von Angehörigen zu Hause betreut – alleine oder mit Unterstützung eines ambulanten Dienstes. Die Pflegearbeit wurde entsprechend von 4,6 Millionen Menschen geleistet, die........

© Südkurier