Pistole an der Schläfe
Die Zeit großer Reden in der UN-Generalversammlung, die weltweit für Aufsehen sorgen, scheint vorüber. Vor fast genau 20 Jahren hielt Venezuelas damaliger Präsident Hugo Chávez eine solche Rede. »Gestern war der Teufel hier. Und es riecht noch immer nach Schwefel«, sagte er am 20. September 2006. Chávez bekreuzigte sich und deutete auf das Pult, an dem US-Präsident George W. Bush am Vortag einen Regime-Change im Iran gefordert und Israels Angriffe auf Palästina gerechtfertigt hatte. »Der Herr, den ich den Teufel nenne«, habe »ganz genau so gesprochen, als gehöre ihm die Welt. Ich denke, wir sollten einen Psychiater bestellen«, so Chávez. Westliche Politiker und Medien empörten sich pflichtgemäß über den Auftritt des linken Revolutionsführers.
Die nach dem US-Militärangriff und der Verschleppung des legitimen Staatschefs amtierende Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, die sich noch immer gelegentlich auf Chávez beruft, hielt dagegen am Mittwoch am........
