Abiturient und Boxprofi: Der Berliner Darian Strehse ist der etwas andere Teenager
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Dumpfe Töne rollen durch den Ring über die Seile: „Bampf“, „Paff“ – und noch einmal „Paff“, „Bampf“. Zwei Haken mit der Rechten, einer mit der Linken. Schläge, die in der Doppeldeckung hängen bleiben. Der Ältere, Größere, Schwerere kontert nach der Kombination des Jüngeren, Kleineren, Leichteren mit einem Aufwärtshaken: „Fwuusch.“ Er geht ins Leere, schafft aber Raum. Der Konternde setzt nach, drängt seinen Kontrahenten mit der linken Führhand in die Seile. Eine Sequenz aus dem Sparring – vier Runden à drei Minuten. Gegenüber stehen sich: Darian Strehse und Rico Müller.
20 Jahre und 15 Kilogramm trennen sie. Strehse, 17, drei Fights, drei Knock-outs. Müller, 37, 41 Kämpfe, 35 Siege. Zwei Erfahrungswelten im Ring – ein ungleiches Paar im Clinch. Ein Lehrstück zwischen Routinier und Newcomer – kontrolliert, mit angezogener Handbremse. Aber: Ein Teen als Profi – geht das?
Ja, das geht. Und wie. Intensiv beäugt vom Trainerduo: Carsten Strehse (52) und Michel Trabant (47). Der Vater des Jungen zückt sein Foldable Phone, klappt es auf, richtet die Linse aufs weitere Kampfgeschehen, hält Szenen fest für später. Neben ihm lehnt der Ex-Europameister am Seil, beobachtet konzentriert.
Und korrigiert aus der Ecke: „Dari, bleib in der Ringmitte“, ruft Trabant seinem Schützling zu. In der Rundenpause beugt er sich zu ihm: „Sobald er steht – Jab. Versuch’s, meen Kleener.“ Darian nickt, ruckelt den Kopfschutz mit den Wangenpolstern zurecht. Das Signal der Zeitnahme schrillt – Runde zwei. Müller zieht das Tempo an. Strehse wechselt die Auslage, links, rechts – ein taktischer Move, um Müller aus dem Rhythmus zu bringen. „Schön geblockt“, ruft Trabant. Der Junge rackert. Dritte Runde. Die Intensität bleibt hoch. Müller drückt erneut. „Dreh dich raus“, ruft Trabant. Strehse pariert, sucht Distanz. Noch eine Runde.
Sichtbare Zeichen der Deckungsarbeit
In der Pause holt Vater Strehse ein Liquid Gel aus der Sporttasche, schraubt es auf, hält es ihm hin. Ein Kraftspender. Letzte drei Minuten. Darian zieht den Tiefschutz nach unten, richtet die Hüftpolsterung – weiter. „Komm, komm, schnelle Hände, Dari.“ Der Junge........
