Kampf um erneuerbare Energien: Der Iran-Krieg ist nur der Anfang
Chinesische Strategen dürften sich in diesen Tagen bestätigt fühlen. Auch die Volksrepublik spürt zwar deutlich die finanziellen Auswirkungen des Iran-Kriegs und der blockierten Öl- und Gasproduzenten am Golf.
Doch China erntet gleichzeitig die ersten Früchte seiner jahrelangen Bemühungen, unabhängiger zu werden von fossilen Energien. Die chinesische Nachfrage nach Diesel und Benzin für Verbrennungsmotoren hat laut Internationaler Energieagentur ein Plateau erreicht, Photovoltaik und Windkraft werden kaum irgendwo so schnell ausgebaut wie dort.
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Erneuerbare Energie: Peking ging es nie in erster Linie um Klimaschutz
Für Peking ging es dabei nie in erster Linie um Klimaschutz, sondern um strategische Erwägungen. Und jetzt profitiert China zudem davon, dass vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zunehmend auch andere Staaten diese Überlegungen anstellen.
Batterien, Solarzellen, E-Autos, praktisch alles, was man braucht, um die eigene Wirtschaft zu entwöhnen von Öl und Gas: China liefert gern, und in rasant wachsendem Umfang. Für die einkaufenden Staaten ist das mit neuen Abhängigkeiten verbunden, reduziert aber das Risiko von Öl und Gas.
Der Graben zwischen den Ländern, die lieber auf Sonne, Wind und Wasser setzen statt auf Fossile, und denen, die genau mit Öl und Gas weiter Geld verdienen wollen, wird in Zukunft nur wachsen. Wie hartnäckig der Widerstand fossiler Staaten sein kann, war schon in den vergangenen Jahren in der Klimapolitik zu besichtigen. Erneuerbare Energie – und der Kampf gegen sie – wird zu einem zentralen Spielfeld von Geopolitik. Der Iran-Krieg ist da nur der Anfang.
