Multikulti: Vier Länder, in denen das funktioniert. Aber wie?
05. Februar 2026 | Wolfgang Sachsenröder
Der Trend geht weltweit zu Vielvölkerstaaten. Doch wer sich gegen Zuzug wehrt, ist nicht zwangsläufig ein Rassist oder islamophob. Wie klappt Verständigung?
VON WOLFGANG SACHSENRÖDER
Die Migration verändert Europa radikal. Inzwischen sind in Frankreich 14 Prozent der Bevölkerung im Ausland geboren, in Großbritannien 16, in Schweden und Deutschland 20, in der Schweiz 31 Prozent. Nimmt man den etwas unscharfen Begriff «Migrationshintergrund» hinzu, kommt Deutschland auf 30, die Schweiz sogar auf über 40 Prozent.
Die Gastarbeiterpioniere aus Südeuropa und der Türkei sind weitgehend in den Arbeitsmarkt und das Leben im Gastland integriert, die in der zweiten, dritten oder schon vierten Generation meist nahtlos. Der Zustrom der letzten Jahre aus den Krisengebieten im Nahen und Mittleren Osten, dem Maghreb und Afghanistan, wurde mit viel Idealismus aufgenommen und alimentiert. Die gerade in Deutschland politisch beschworene Willkommenskultur hat sich inzwischen in ganz Europa verflüchtigt. Inzwischen ist sie je nach Problemdichte und Nachbarschaft in eine Abwehrhaltung umgeschlagen, die bis zu illusorischen Forderungen nach Massen-Remigration geht. Die verbreitete Arbeitslosigkeit unter Asylbewerbern bei gleichzeitigem Fachkräftemangel hat der Wirtschaft und der Glaubwürdigkeit der Politik enorm geschadet.
Eine Rückkehr wird es nicht geben
Nach Jahrhunderten wechselnder feudaler Herrschaften und rund 150 Jahren als homogene Nationalstaaten sind durch die Masseneinwanderung fast alle europäischen Länder ethnisch, kulturell und religiös zu Vielvölkerstaaten mutiert. Eine Rückkehr zum homogenen Nationalstaat wird es nicht geben. Das wird selbst in Japan immer unwahrscheinlicher, weil auch dort die Geburtenraten niedriger und die Alten immer älter werden. Der wachsende Arbeitskräftemangel bedroht die Wirtschaft und den Wohlstand, in Japan wie in Europa.
Die Demonstrationen gegen den Gaza-Krieg haben überall in Europa Diskussionen über die Integrierbarkeit muslimischer Migranten verstärkt, befeuert durch überdurchschnittlich hohe Kriminalitätsraten bestimmter nationaler Gruppen. Während Europa sich zunehmend entchristianisiert, erschreckt aggressiver Islamismus umso mehr. Doch........
