Strukturwandel und Populismus: Warum die Angst vor Deindustrialisierung Deutschland ins Mark trifft
Strukturwandel und Populismus Warum die Angst vor Deindustrialisierung Deutschland ins Mark trifft
Inbegriff deutscher Tüchtigkeit: Mercedes-Modelle vor einem Autohaus in Stuttgart.
Düsseldorf · In Deutschland machen düstere Szenarien für die Wirtschaft die Runde. Das rührt an einen Kern nationaler Identität. „Dein Grubengold hat uns wieder hochgeholt", sang Grönemeyer. Heute sind die Facharbeiter Versuchskaninchen politischer Ausbeutung.
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Das Schreckgespenst ist allgegenwärtig: Deindustrialisierung. Wenn Wirtschaftsvertreter von Deutschlands Zukunft sprechen, ist seit einiger Zeit auffällig häufig die Rede davon – gern versehen mit Attributen wie „schleichend“ oder, dramatischer, „beschleunigt“. Die AfD, die Partei der Untergangsfantasien, hat das gierig aufgegriffen und die Etiketten „historisch“ und „beispiellos“ drangepappt. Die Kanzlerpartei CDU wollte wohlweislich so weit nicht gehen, warnte aber im rheinland-pfälzischen Wahlkampf, wer „Rot-Rot-Grün“ wähle, wähle Deindustrialisierung. Und erst jüngst befand Friedrich Merz: „Eine Transformation, die zu Deindustrialisierung führt, wird nicht die Zustimmung der Menschen finden.“
Alles Schlaglichter aus den vergangenen vier Monaten. Die Angst und das politische Geschäft damit sind also real und akut – Grund genug, sich den Begriff einmal näher anzusehen, der offenbar einen Nerv trifft.
Entwicklung Die Industrieproduktion in Deutschland liegt im Frühjahr 2026 rund neun Prozent niedriger als vor fünf Jahren. In den USA stagniert die Produktion ebenfalls, während sie in China weiter stark wächst.
Vergleich Der Anteil der Industrie an der gesamten Wirtschaftsleistung lag in Deutschland 2024 bei 25,8 Prozent – international........
