Bundespräsident im letzten Amtsjahr: Der freundliche Herr Steinmeier von nebenan
Bundespräsident im letzten Amtsjahr Der freundliche Herr Steinmeier von nebenan
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender bei einem Unternehmensbesuch in den Niederlanden.
Analyse | Berlin · Seit mehr als neun Jahren ist Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident. Er polarisiert kaum, er begeistert nicht die Massen. Bei jenen, die ihm begegnen, kommt er aber durchaus gut an. Bleibt die Frage, was davon politisch hängen bleibt.
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Der Dam in Amsterdam ist großflächig abgesperrt. Eine lange Fahrzeugkolonne ist vor wenigen Minuten auf den pulsierenden Hauptplatz im Herzen der Stadt vorgefahren. „Ist Merz hier?“, ruft ein junger Mann aufgeregt – vermutlich ein Tourist, der zufällig hinter einem der Gitter steht. „Nein, der Bundespräsident“, antwortet jemand. Nüchtern entgegnet der junge Mann ein schlichtes „Ach so“.
Große Emotionen löst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im letzten Jahr seiner Amtszeit kaum aus. Steinmeier begeistert nicht die Massen. Er provoziert nicht. Er fällt selten auf. Bei Instagram folgen ihm gut 400.000 Menschen. Zum Vergleich: Linken-Star Heidi Reichinnek kommt auf mehr als das Doppelte, der Kanzler sogar auf 2,8 Millionen Follower. Protokollarisch bekleidet Steinmeier den ersten Rang im Staate. In den sozialen Medien liegt das Staatsoberhaupt auf Augenhöhe mit Ex-FDP-Chef Christian Lindner.
Parteipolitik Steinmeier, der 1956 in Detmold im Kreis Lippe zur Welt kam, hat eine lange politische Karriere hinter sich. Unter dem ehemaligen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) wurde er 1999 Chef des Bundeskanzleramts, im Kabinett von Angela Merkel........
