In die Röhre gucken
Die Argumente sind ausgetauscht, das Theater kann beginnen. Kaum je waren die Einwände gegen ein Tatszenario so gravierend wie gegen dasjenige, mit dem sich das Hanseatische Oberlandesgericht in dem am Mittwoch gestarteten Nord-Stream-Prozess auseinandersetzen muss. Sind die drei Pipelinestränge, die russisches Erdgas direkt nach Deutschland lieferten, wirklich von dem Ukrainer Sergej K. und einigen Spießgesellen unter Zuhilfenahme einer simplen Segelyacht gesprengt worden? Dabei führt der Haupteinwand nicht über das berühmte »cui bono?«, die Frage, wem eine Tat nutzt, auch wenn sie bisweilen hilfreich ist. Doch US-Flüssiggaslieferanten könnten auch dann über die Sprengung der Gasleitungen jubeln, wenn nicht US-Stellen sie verantworteten, sondern irgendwer sonst, ein Sergej K. etwa. Staaten und Konzerne haben schon oft genug........
