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Magische Juden

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15.10.2026

15. Oktober 2026 – 4. Cheschwan 5787

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Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

Terfren Laila war eine rätselhafte Frau, gekleidet in fließende weiße Gewänder, den Turban mit einer Rubinbrosche zusammengehalten, wie es der Tochter eines Professors aus der Sikh-Gemeinde im indischen Bombay gebührt. Sie erzählte, sie habe in Singapur die Kunst erlernt, sich als Fakir aufs Nagelbrett zu legen. Danach habe sie Philosophie bei dem indischen Nobelpreisträger Rabindranath Tagore, Astronomie bei dem französischen Spiritismusforscher Nicolas Flammarion und Handlesen bei Professor Stefan Meyer aus Wien studiert. Auch sich selbst gab sie einen akademischen Titel: Professorin der okkulten Wissenschaften.

Laila behauptete, 18 Sprachen zu sprechen, darunter Jiddisch. Dass sie Jüdin war, verschwieg sie. Geboren wurde die Wahrsagerin, deren bürgerlicher Name Else Teresa Frenkel lautete, 1901 im damaligen Österreich-Ungarn, wahrscheinlich in Czernowitz. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Ihre Karriere als Laila begann 1930 in Berlin, doch als ihr Identitätsschwindel aufflog, zog sie um die Welt: nach New York, Los Angeles, Vancouver, Buenos Aires und London, wo sie unter anderem vorhersagte, dass der Prince of Wales sich mit einer spanischen Prinzessin verloben werde. Auch Telepathie gehörte zu ihrem Angebot, das sogar führende Politiker ihrer Zeit wie Georges Clemenceau, Benito Mussolini, Lord Balfour und Lloyd George gern annahmen. Ebenfalls mehrere zionistische Anführer.

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler

Laila ist einer der »Stars« der aktuellen Ausstellung des YIVO Institute for Jewish Research in New York mit dem Titel »Jews Are Magic: Occult Practices from Palmistry to Professional Psychics«. Die Schau über jüdischen Okkultismus widmet sich Handlesern, Geisterbeschwörern, Wahrsagern und Wunderheilern in Amerika und im Schtetl – und dem Schutz vor dem bösen Blick.

Zu sehen sind Amulette, alte Bücher, Zeitungen und auch immer wieder großformatige Zeichnungen von Händflächen mit Erklärungen dazu, was sich aus welcher Linie ablesen lasse. Ein Film erläutert in Endlosschleife magische Praktiken.

Die offizielle Linie der hohen Rabbiner lautete schon vor der okkultismusbegeisterten Zeit der 1920er- und 30er-Jahre, dass derlei »Hexenwerk« nicht mit dem jüdischen Glauben vereinbar sei.

Dora Meltzer, die im New Yorker Einwandererviertel Lower East Side in der Orchard........

© Juedische Allgemeine