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Rote Linien für die Roten

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08.10.2026

08. Oktober 2026 – 27. Tischri 5787

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Rote Linien für die Roten

Rote Linien für die Roten

Bei einer Veranstaltung mit der Schoa-Überlebenden Eva Szepesi und Zentralratspräsident Josef Schuster verspricht Gregor Gysi, innerhalb der Linken klare Grenzen gegen Antisemitismus zu ziehen

Neben seiner Tätigkeit als Jurist und Bundestagsabgeordneter der Linkspartei ist Gregor Gysi regelmäßig mit seiner Veranstaltungsreihe »Gregor Gysi trifft …« auf Bühnen in Berlin, Tübingen und Nordrhein-Westfalen zu erleben. Am 1. Oktober traf er in der Universität Münster die Holocaust-Überlebende und Autorin Eva Szepesi sowie Josef Schuster, den Präsidenten des Zentralrats der Juden.

Applaus brandete auf, als Eva Szepesi, Josef Schuster und Gregor Gysi den voll besetzten Hörsaal 1 der Universität Münster betraten. Mit sichtbarer Fürsorge geleitete Gysi die 94-jährige Zeitzeugin zu ihrem Stuhl an dem kleinen schwarzen Tisch auf der großen Bühne. Gysi und zwei Gäste, das bedeutet: Zeit genug für ausführliche Gespräche und Nachfragen, wie sie bei Talkshows sonst unüblich sind. Und Gysi, als Gastgeber neugierig, aufmerksam, charmant und manchmal witzig, nutzte die Möglichkeiten, die ihm das auf ihn zugeschnittene Format bot. Er bat Eva Szepesi, von ihrer Kindheit zu erzählen.

Geboren in einer jüdischen Familie, verbrachte Szepesi eine behütete Kindheit in Budapest. Doch diese unbeschwerte Zeit endete jäh, als deutsche Truppen 1944 das bis dahin mit Deutschland verbündete Ungarn besetzten. »Ich war sehr traurig, als meine Mutter den gelben Stern auf alle Kleidung nähen musste«, erinnert sich Szepesi. Von einem Tag auf den anderen war ihre Kindheit vorbei. Die Haltung ihrer bisherigen Spielkameraden änderte sich. Kinder, mit denen sie zuvor befreundet gewesen war, verspotteten sie.

Mit dem letzten Transport wurde Szepesi im November 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert

Szepesi floh schließlich in die Slowakei, wo sie sich als taubstumm ausgab. Doch ihre Tarnung wurde aufgedeckt. Mit dem letzten Transport........

© Juedische Allgemeine