Biontech, Curevac – und die Bilanz des Staats als Unternehmer
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
der ehemalige Biotech-Shootingstar Biontech aus Mainz schrumpft sich nun auf die Größe, über die hinaus er ohne den Corona-Impfstoffboom wohl so schnell nie gewachsen wäre. Dafür wickelt das Unternehmen drei deutsche Standorte und die damit verbundenen rund 1800 Arbeitsplätze ab.
Besonders interessant ist der Fall Curevac aus Tübingen, erst im vergangenen Jahr übernommen. Curevac-Gründer Ingmar Hoerr nannte die ganze Sache gestern im Gespräch mit meiner Kollegin Helena Smolak „toxisch“:
Besonders interessant ist der Fall Curevac aus Tübingen, erst im vergangenen Jahr übernommen. Curevac-Gründer Ingmar Hoerr nannte die ganze Sache gestern im Gespräch mit meiner Kollegin Helena Smolak „toxisch“:
Tatsächlich stieg der Bund vor sechs Jahren mit 300 Millionen Euro bei Curevac ein, in den Folgejahren flossen weitere bis zu 250 Millionen Euro aus Berlin nach Tübingen. Nach der Übernahme bekam der Bund für seine Anteile 0,6 Prozent an Biontech, die er Berichten zufolge gerade veräußert. Nach derzeitigem Kurs dürfte er dafür rund 130 Millionen Euro bekommen. Einem Privatanleger würde man bei so einer Bilanz vermutlich raten, künftig besser in Festverzinsliches zu investieren.
Ein Rat, den auch der Bund beherzigen könnte. Denn die Bilanz seiner anderen Ausflüge ins Unternehmertum fällt durchwachsen aus. Bei der Commerzbank etwa ermöglichte der Bund durch einen schlampig vorbereiteten Verkaufsprozess überhaupt erst den Einstieg von Unicredit und den folgenden Übernahmeversuch – erreichte also das Gegenteil seines Ziels. Noch schlechter angelegt waren die 680 Millionen Euro Corona-Hilfen für Galeria, von denen 552 Millionen verloren sind.
Hier könnte die Geschichte zu Ende sein. Doch zum einen läuft noch ein Verfahren: Den Gasimporteur Uniper, vor vier Jahren für 13,5 Milliarden Euro gerettet, versucht die Regierung gerade wieder zu privatisieren.
Zum anderen gibt es zwei........
