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Dankbar wie die Tennisstars

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02.08.2026

Regierungsumbildung : Dankbar wie die Tennisstars

Früher wurden Minister ernannt und genossen ihren Aufstieg still. Heute wollen sie sich mitteilen. Das Vokabular ist begrenzt.

Im Profitennis gibt es das schon eine Weile: Nach dem Erfolg verschwindet der Spieler nicht in der Kabine, um den Sieg in aller Stille zu genießen, sondern dankt vor dem Standmikrofon zunächst seinem „Team“ und spricht dann, manchmal mit gebrochener Stimme, von der großen Ehre, ausgerechnet bei diesem Turnier dabei sein zu dürfen. Meistens würdigt er auch noch den Gegner, was in der Politik nicht so oft passiert, aber den Rest scheint sich der moderne deutsche Minister aus der Welt des Grand Slam abgeguckt zu haben.

Früher wurde er einfach vom Kanzler vorgeschlagen, dann vom Bundespräsidenten ernannt, und als Bürger dachte man sich: Der wird schon gut und dankbar sein. Heute will uns das der Minister oder auch die Ministerin persönlich mitteilen, wie neulich im Garten des Bundeskanzleramts. Erst bedankte sich Nina Warken bei Friedrich Merz, der ebenso dankbar neben ihr stand, dann versprach sie, die neue Aufgabe........

© Frankfurter Allgemeine