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Zusammen unterwegs

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15.03.2026

Rücksichtsvolles Verhalten, gelassen reagieren, wenn mal jemand nicht korrekt vorgeht, auch mal jemanden vorlassen und vor allem nicht auf seinem Recht bestehen – das sind gute Regeln im Alltag, und vor allem auch beim Fahren. Aggressives Verhalten, Rücksichtslosigkeit, egoistisches Wegdrängen anderer – das kann mal Erfolg bringen, aber nur bis man bei sowas auf ein Spiegelbild seiner Selbst trifft oder wenn dem anderen der Kragen platzt. Und beim Autofahren mit diesen Tonnen Blech und hohen Geschwindigkeiten kann das auch schon mal existenziell werden.

Im direkten Umgang mit anderen Menschen kennen wir Höflichkeit {…} und kulturell gewachsene Formalitäten. So dass auch etwas unsensible Zeitgenossen, denen die Bedürfnisse anderer Menschen unbekannt sind und auch der Zugang dazu fehlt, eine To-Go-Taktik bei der Hand haben, um dennoch sozial wirksam und unschädlich zu agieren. Diese Umgangsformen sind standardisiert, und somit auch recht unflexibel. Sie müssen für die meisten Umstände ausreichen, aber sie werden eben nicht annähernd an die Wirkung heranreichen, die ein einfühlsamer Mensch einem Bekannten zukommen lassen kann. Man könnte vielleicht sagen, dass Gesetze das gröbste Raster sind, das gesellschaftlichen Umgang starr und standardisiert regelt. Weicher und diffuser, mehr auffangend, wo Gesetze nicht mehr hinreichen, sind es dann die gesellschaftlichen Umgangsformen und Mechanismen. Aber am feinsten und präzisesten, in die engsten Ritzen des sozialen Umgangs hingegen, ist es, wenn man in der Lage ist, sich hineinzufühlen und eine zugeschnittene Lösung findet, die sowohl den Akteur als auch das Gegenüber in eine zufriedene Situation versetzen kann.

Unter der Ebene des Rechts

Nun ist beim Autofahren ja auch eine Ebene des absoluten Rechts und der Pflicht, der Gesetze, die ahndbar sind. Welche Schilder was bedeuten, welche Geschwindigkeit erlaubt ist, Park- und Überholverbote, etc. Das, was in der Fahrschule abgefragt wird, was prüfbar ist, es geht um Wissen und Anwendung von Wissen. Aber offenbar ist das nicht ausreichend, um die Bandbreite des Autofahrens mit seinen Gefahren und der Verantwortung (die Tonnen Blech in hoher Geschwindigkeit) auch zu erfassen. Denn dann gibt es diesen eindringlichen Satz: „defensiv fahren.“ Was soll das aber genau heißen? Das lässt sich in diversen Fahrschulungs-Texten lesen, was es mit sich bringt und konkret bedeutet. Zum Beispiel vorausschauend fahren. Nicht auf sein Recht (etwa die Vorfahrt) bestehen. Vorsichtiges Heranfahren an potenzielle Gefahrenzonen wie Kreuzungen oder unübersichtliche Stellen. Und so weiter. Man versteht als Fahrer recht schnell, was gemeint ist und kann es selbständig ausweiten. Es gilt das Prinzip des „Nachgebens“ und der „Vorsicht“.

Das Ziel ist dabei: Risikoverminderung. Denn........

© Die Kolumnisten