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Neuer zeigt, warum er kein WM-Kandidat ist

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Kommentar zu Bayern-Real: Neuer zeigt, warum er kein WM-Kandidat ist

Neuer zeigt, warum er kein WM-Kandidat ist

Innerhalb einer Woche erlebt der Bayern-Keeper die Extreme des Torwartspiels. Er hat immer noch das Zeug zu Weltklasseleistungen, doch ihm fehlt die Konstanz. Die Nationalmannschaft ist ohne ihn gut aufgestellt.

Der Fußball ist immer wieder zu abenteuerlichen Wendungen in der Lage. Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Real Madrid rettete Manuel Neuer dem FC Bayern München mit einer sensationellen Leistung das 2:1. Die Republik debattierte, ob Bundestrainer Julian Nagelsmann sich wirklich den Luxus erlauben kann, bei der WM im Sommer auf den Torwart zu verzichten, der auch mit 40 Jahren noch Paraden wie von einem anderen Stern zeigt und gegnerische Stürmer alleine durch seine Aura zur Verzweiflung bringt.

Im Rückspiel gegen Real, Endstand 4:3, revidierte Neuer den Eindruck aus der ersten Partie mit zwei Fehlern, die zu Gegentoren führten. Erst spielte er einen Pass in den Fuß von Arda Güler, dieser traf aus der Distanz. Dann verschätzte er sich bei Gülers Freistoß und patschte den Ball ins eigene Netz. Und auch, wenn Neuer den FC Bayern in der zweiten Hälfte mit einem Reflex gegen Kylian Mbappé im Spiel hielt – auf eine potenzielle Rückkehr in die DFB-Elf sprach ihn nach der Partie niemand an. Zu Recht.

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Innerhalb einer Woche erlebte Neuer die Extreme des Torwartspiels wie einst Oliver Kahn, der die Nationalmannschaft bei der WM 2002 fast alleine ins Finale gegen Brasilien brachte – dort aber schwer patzte. Was Neuers gegensätzliche Leistungen gegen Real über seine Qualität sagen? Er kann über 90 Minuten immer noch der beste Torwart der Welt sein, hat im hohen Alter aber nicht mehr die Konstanz anderer herausragender Vertreter seines Fachs.

Viele Zeichen deuten darauf hin, dass Neuer seinen Vertrag beim FC Bayern noch einmal verlängert, doch Bundestrainer Nagelsmann sollte besser nicht versuchen, ihn zu einer Rückkehr in die Nationalmannschaft zu bewegen (was er bisher auch nicht plant). Die DFB-Auswahl ist bei der WM gut aufgestellt zwischen den Pfosten: Oliver Baumann gewinnt zwar keine Spiele im Alleingang – ist aber ein Synonym für Verlässlichkeit.


© Die Harke