Syrische Gegenwartsbewältigung
Amer Matar dokumentiert mit dem Prisons Museum systematisch syrische und irakische Gefängnisse als Beweissammlung für Gerichtsprozesse.
Die Ausstellung in Berlin rekonstruiert das Foltergefängnis Sednaya und thematisiert syrische Gegenwartsbewältigung.
Viele Familien in Syrien vermissen Angehörige, darunter auch Amer Matars Bruder Mohammad Nour Matar.
Sednaya-Gefängnis bis Dezember 2024 in Betrieb, als „Schlachthaus“ bekannt
160 Gefängnisse/Lager identifiziert, 72 mit 3D-Kameras dokumentiert
Bis zu 300.000 Menschen seit Assad-Herrschaft in Syrien vermisst
Al-Khatib-Prozess in Koblenz: erster Strafprozess zu syrischer Folter
Amer Matar dokumentiert mit dem Prisons Museum systematisch syrische und irakische Gefängnisse als Beweissammlung für Gerichtsprozesse.
Die Ausstellung in Berlin rekonstruiert das Foltergefängnis Sednaya und thematisiert syrische Gegenwartsbewältigung.
Viele Familien in Syrien vermissen Angehörige, darunter auch Amer Matars Bruder Mohammad Nour Matar.
Sednaya-Gefängnis bis Dezember 2024 in Betrieb, als „Schlachthaus“ bekannt
160 Gefängnisse/Lager identifiziert, 72 mit 3D-Kameras dokumentiert
Bis zu 300.000 Menschen seit Assad-Herrschaft in Syrien vermisst
Al-Khatib-Prozess in Koblenz: erster Strafprozess zu syrischer Folter
Die Träume waren das Wichtigste im Gefängnis. Die einzige Verbindung zu den Liebsten, wenn sich ihre Gesichter, die über Jahre und Jahrzehnte in Gefangenschaft verblassten, plötzlich in den Schlaf schlichen. Jeden Morgen nach dem Aufwachen erzählten die Gefangenen einander, was sie geträumt hatten. Und dann ging das Interpretieren los, was es wohl heißen mochte, wenn einer mit einem Kamel spazieren ging und es zu einer Tränke brachte. „Es hieß: Du wirst bald frei sein“, erzählt Amer Matar. „Wir haben alles verwendet, um einander Hoffnung zu geben.“
Kennst du schon?: Wenn im Mordprozess der Täter das Opfer verdrängt
Der 39-Jährige führt eine Gruppe junger Studierender durch eine Ausstellung in der Gedenkstätte Hohenschönhausen in Berlin. Wenige Besucher:innen verirren sich an diesem heißen Dienstagnachmittag in die zwei Räume. Lieber schauen sie sich an, was die Stasi auf diesem Gelände 44 Jahre lang getrieben hat, lassen sich von ehemaligen Insass:innen durch die Räumlichkeiten führen und von den Verhören und der politischen Verfolgung in der DDR erzählen. Wollen so Deutschlands Vergangenheit ein bisschen besser bewältigen.
Amer Matar tut das auch. Mit der Geschichte seines Heimatlands Syrien. Und es geht dabei nicht nur um die Vergangenheit, sondern vielmehr auch noch um die Gegenwart – und zwar in der Sonderausstellung „Sednaya – die Architektur von Repression und Tod in Syrien“.
Sednaya gehörte zu Syriens berüchtigtsten Foltergefängnissen. Es wurde 1987 im Norden von Damaskus im Auftrag des damaligen Diktators Hafez al-Assad, dem Vater des späteren syrischen Diktators Bashar, als modernes Militärgefängnis erbaut und hatte den Beinamen „das Schlachthaus“. Wie viele Menschen dort getötet wurden, ist unklar. Menschenrechtsorganisationen sprechen von Abertausenden. Bis Dezember 2024 war Sednaya........
