Merz in China: Ein erfolgreicher Besuch – solange Xi das Sagen behält
Friedrich Merz steht am Donnerstag auf dem uralten Pflaster in der Verbotenen Stadt der chinesischen Kaiser in Peking und tut kurz mal das, was wohl alle deutschen China-Reisenden irgendwann tun: einfach mal staunen über dieses Land, einfach mal beeindruckt sein. Ohne gleich an Chinas Waffenhilfe für Moskau, Kriegsdrohungen gegen Taiwan oder inhaftierte Blogger zu denken. Doch Merz ist eben kein Tourist, sondern Kanzler mit einer Volkswirtschaft in der Krise und einem außenpolitischen Führungsanspruch.
Doch auch in dieser Rolle kann Merz zumindest kurz aufatmen. Der akribisch geplante Antrittsbesuch bei Xi Jinping ist für den Kanzler gut gelaufen.
Viel wichtiger noch: Er ist genau so gelaufen wie geplant. Freundlich, verbindlich und sogar halbwegs ehrlich. Selbstverständlich ist das nicht. Wenn Merz am kommenden Montag nach Washington reist, kann es passieren, dass nichts so läuft wie geplant.
Merz in China: Xi, der Verlässliche? So einfach ist es nicht
Xi, der Verlässliche, Trump, der Chaot? Ganz so einfach ist es nicht. Und das macht die Sache für Merz doppelt schwer. Denn das, was die Chinesen unter Stabilität und Verlässlichkeit verstehen, bedeutet vor allem: Peking bestimmt die Regeln, und alle anderen halten sich daran.
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Merz dagegen will Stabilität und Verlässlichkeit als Ergebnis einer Politik auf Augenhöhe. Das Gefühl gibt ihm Xi gern – solange es sich für ihn rechnet. In der Praxis aber interessiert sich Chinas Machthaber wenig für den Club der Demokraten, sondern schlicht dafür, die Nummer eins in der Welt zu werden.
