menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Gesichtserkennungs-App der Polizei soll Straftäter überführen

12 0
yesterday

Gesichtserkennungs-App der Polizei soll Straftäter überführen

Die Frankfurter Polizei stellte bei einer Razzia von 200 Personen mit einer Gesichtserkennungs-App die Identität einzelner Personen fest.

GES-App nur zu internen Zwecken

Für fast alle Zwecke gibt es eine eigene App

Gesichtserkennungs-App greift auf 5,5 Mio. Personendaten zu

Hessen als Vorreiter für Überwachung

Vergangenen Donnerstag nutzte die hessische Polizei eine Gesichtserkennungs-App, um bei einer massenhaften Durchsuchung die Identität der Personen festzustellen, die keinen Ausweis bei sich trugen. Der Einsatz fand im näheren Umkreis des Frankfurter Bahnhofs statt, einem bekannten Umschlagplatz für Drogen aller Art.

Insgesamt kontrollierte man an diesem Abend 414 Personen. Bei 36 Passanten fand man illegale Drogen oder Waffen. Andere fielen wegen dem Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz auf. Beobachtet haben das Szenario der hessische Ministerpräsident Boris Rhein und sein Innenminister Roman Poseck, beide CDU.

GES-App nur zu internen Zwecken

Die von der Frankfurter Polizei genutzte GES-App findet man natürlich nicht bei Apple und auch nicht im Google Play Store. Die neue Gesichtserkennungs-App hat das Bundeskriminalamt (BKA) und das hessische Landeskriminalamt (LKA) gemeinsam mit dem Innovation Hub 110 der hessischen Polizei entwickelt, wie die Frankfurter Neue Presse berichtet. Die Software soll den Polizisten dabei helfen, Tatverdächtige, die man auf der Straße aufgreift und die (wahrscheinlich absichtlich) kein Ausweisdokument mit sich führen, zu identifizieren. Die Frankfurter Polizei testet die App im Pilotbetrieb als erste Behörde überhaupt.

Für fast alle Zwecke gibt es eine eigene App

Auf der Website vom Innnovation Hub 110 heißt es, dass man zwischenzeitlich alle Polizistinnen und Polizisten mit einem mobilen Endgerät ausgestattet hat. Weitere eigene und extern entwickelte Apps für den Polizeieinsatz, die die Arbeit der Beamtinnen und Beamten vor Ort weiter erleichtern sollen, seien in Entwicklung. Und manche befinden sich bereits im Einsatz.

Dazu zählt unter anderem eine Strafanzeigen-App, die Asservat-App, eine Übersetzungs-App, die Aha!-App für Wissensmanagement, die Notes2Do-App, der Julius-Messenger und die Owi2ToGo-App. Letztere dient zur Erfassung von Ordnungswidrigkeiten. Darüber hinaus entwickelt das Innovation Hub 110 kontinuierlich weitere digitale Tools, die die Effizienz und Sicherheit der Polizei steigern sollen.

Gesichtserkennungs-App greift auf 5,5 Mio. Personendaten zu

Ein Polizist führte die Gesichtserkennungs-App im Rahmen der Razzia vor. Die Software scannt das Gesicht und sucht dann in verschiedenen Datenbanken. Doch die Daten stammen nicht nur vom BKA, sondern auch von der Polizeidatenbank INPOL. Dort hat man 5,5 Millionen Personen mit Bild gespeichert. Alles Personen, die irgendwann von der Bundespolizei, Polizei, den LKAs, BKA oder dem Zollkriminalamt erkennungsdienstlich behandelt wurden.

Dazu kommen laut Netzpolitik.org noch weitere Fotos, die die Polizei im Rahmen von Ermittlungen erstellt oder beschlagnahmt hat. Nach dem Abgleich mit den ganzen Datenbanken wirft die GES-App die Ergebnisse aus. Neben Tatvorwürfen speichert man dort übrigens auch personengebundene Merkmale, wie „Ansteckungsgefahr“ oder Hinweise auf eine „psychische Verhaltensstörung„.

Hessen als Vorreiter für Überwachung

Im Frankfurter Bahnhofsviertel ist seit Sommer letzten Jahres, ebenfalls bundesweit einmalig, eine Live-Gesichtserkennung mit festinstallierten Videokameras inklusive KI-Nutzung im Einsatz. Der hessische Innenminister erzählte beim Gespräch mit der Presse stolz, dass andere Behörden „neidisch auf die High-Tech-Überwachung“ seien, die man dort aufgebaut bzw. den Polizisten ausgehändigt habe. Wenn die Tests erfolgreich verlaufen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass man die Gesichtserkennungs-App demnächst flächendeckend in ganz Deutschland benutzt.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.

Großbritannien plant Totalüberwachung von Smartphones – Pflicht-Scanning direkt im Betriebssystem

Großbritannien plant verpflichtendes Scanning auf Smartphones – Überwachung soll künftig direkt im Betriebssystem ansetzen.

Gericht in Spanien ordnet VPN-Sperren gegen Piraterie-Infrastruktur an

Spanisches Gericht ordnet VPN-Sperren wegen Piraterie an. Betroffen sind NordVPN und Proton VPN, mit dynamischen IP-Listen und Overblocking.

Passagierdatenspeicherung: EU plant totale Überwachung von Bus, Bahn, Schiff und Auto

EU plant die Ausweitung der Passagierdatenspeicherung auf Bus, Bahn, Schiff und Auto trotz Datenschutz-Bedenken.

Leak-Check im Alltag: Wie sich feststellen lässt, ob personenbezogene Daten im Umlauf sind, ohne in Panik zu verfallen

Ein Leak-Check hilft dabei, zu prüfen, ob die Daten einer Person ungewollt von Cyberkriminellen im Internet verbreitet wurden.

Cloudflare zu Rekordstrafe verurteilt: das DNS als Zensur-Instrument

Die italienische Regulierungsbehörde AGCOM hat Cloudflare mit einer Rekordstrafe überzogen, weil deren DNS Piratenseiten nicht blockiert.

Proton Mail half dem FBI, einen Demonstranten zu identifizieren

Der auf Datenschutz spezialisierte E-Mail-Anbieter Proton Mail übermittelte dem FBI die Daten eines US-amerikanischen Demonstranten.

UK verbietet Mullvads Werbung gegen Überwachung

In Großbritannien ist mittlerweile sowohl Mullvads Werbung im TV als auch auf den Straßen verboten. Das lässt man nicht auf sich sitzen.

Ring ohne Amazon-Cloud? 10.000 Dollar Belohnung für funktionierenden Hack

Ring ohne Amazon-Cloud? Fulu bietet 10.000 Dollar für einen Hack, der Ring-Kameras lokal betreibt und den Datenfluss zu Amazon stoppt.

Proton verlässt die Schweiz: CEO warnt vor Überwachungsstaat

Proton verlässt die Schweiz: CEO Andy Yen rechnet mit der VÜPF ab und warnt vor Massenüberwachung und Hintertüren.

EU-Überwachungsgesetz E-Evidence: Neuer Datenzugriff für Ermittler – Kritik an schwachem Rechtsschutz

Ermittler erhalten mit dem E-Evidence-Paket direkten Zugriff auf Cloud- und Kommunikationsdaten. Kritik am schwachen Rechtsschutz wächst.

Threema soll an Investmentfirma Comitis Capital verkauft werden

Wie die deutsche Investmentfirma Comitis Capital auf dem eigenen Blog bekannt gibt, plant man die Übernahme des Messengers Threema.

Mullvad ersetzt Wireguard-go durch GotaTun

Mullvad ersetzt Wireguard. Das plattformübergreifende GotaTun stürzt seltener ab, ist schneller und verbraucht weniger Ressourcen.

Monero zieht an, weil Privatsphäre unter Druck gerät

In Europa verschärft man die Regulierung, doch der Monero bleibt stabil. Im Gegensatz zu vielen Coins steigt sein Wert weiter und weiter.

Hide.me VPN Transparenzbericht 2025: wenige Anfragen, keine Kunden preisgegeben

Beim Hide.me VPN Transparenzbericht hat sich in den letzten Jahren vergleichsweise wenig getan. Der Anbieter gibt sowieso keine Daten raus!

Bundeskanzler Friedrich Merz plädiert für Klarnamenzwang

In Trier auf dem politischen Aschermittwoch sprach sich Bundeskanzler Friedrich Merz gestern für die Einführung des Klarnamenzwangs aus.

Tiefpreis bei hide.me nur noch für kurze Zeit!

Der Tiefpreis bei hide.me gilt nur noch für wenige Tage. Wer Geld sparen will, sollte sich ranhalten. Ab dem 11.01. gelten die alten Preise.

LaLiga blockiert Freedom.gov – Spaniens Anti-Piraterie-Offensive trifft US-Regierungsportal

LaLiga blockiert tausende IPs gegen Piraterie in Spanien und trifft dabei Freedom.gov. Die VPN-Nutzung verzeichnet einen deutlichen Anstieg.

Databroker Files: Adtech enttarnt BND, Bundeswehr und Spezialeinheiten

Databroker Files zeigen, wie Werbedaten BND, Bundeswehr und Polizei enttarnen. Standortdaten aus Apps werden zum Sicherheitsrisiko.


© Tarnkappe