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Plötzlich im Visier der Justiz: Ein unbezahlter Tank und ein doppeltes Happy End

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30.08.2026

Es ist gegen 23 Uhr, als ein 38-Jähriger mit seinem Mercedes an einer Avia-Tankstelle hält. Er greift zum Zapfhahn, telefoniert nebenbei und tankt für rund 190 Euro. Wenig später steigt er wieder ins Auto und fährt davon. Die Rechnung bleibt offen. Was nach einem klassischen Tankbetrug aussieht, beschäftigt schließlich das Amtsgericht Stockach. Dort muss sich der selbstständige Mann wegen Betrugs verantworten. Doch seine Erinnerung an diesen Abend unterscheidet sich deutlich von dem, was ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft und aus einem scheinbar eindeutigen Tankvorgang entwickelt sich vor Gericht eine bemerkenswerte Geschichte.

Ein Abend voller Gedanken

So schildert der Angeklagte den Abend: Er arbeite selbstständig, verdiene rund 2000 Euro netto im Monat und zahlt Unterhalt für zwei Kinder. An jenem Abend sei er emotional stark aufgewühlt gewesen. Nach einer Trennung habe er mit einer anderen Frau telefoniert, die damals noch verheiratet gewesen sei. Zwischen beiden habe es Probleme gegeben.

Während des Telefonats habe er seinen Geldbeutel auf die Zapfsäule gelegt. In seinem Kopf sei der Tankvorgang erledigt gewesen, er sei fest davon ausgegangen, bereits bezahlt zu haben. Erst später, als er mit einem Freund etwas trinken........

© Südkurier