Europa ist bei der KI-Regulierung auf sich allein gestellt
Es mag paradox klingen, einen Text, der zur KI-Regulierung aufruft, ausgerechnet damit beginnen zu lassen, den prominentesten KI-Pessimisten mit Skepsis zu begegnen. Die, die nämlich gerade am lautesten die Regulierung von Künstlicher Intelligenz fordern, sind ausgerechnet die KI-Bosse selbst.
OpenAI-Gründer Sam Altman und sein Rivale, der Anthropic-Mitgründer Dario Amodei, sprachen dazu in dieser Woche vor den Vereinten Nationen. Sie warnten die Weltgemeinschaft vor der Macht ihrer Produkte und einem neuen Wettrüsten. Doch in gleichen der Woche, in der sie da sitzen und darum betteln, man möge sie doch endlich an die Leine nehmen, stellten beide Firmen neue Modelle vor und priesen deren Leistungsfähigkeit. Sie treiben dieses Wettrüsten selbst voran. Mit der Hybris und der Doppelmoral dieser Männer verhält es sich wie mit der Entwicklung ihrer Produkte: Sie kennt keine Grenzen.
Sie wären so gerne Oppenheimer: Europa sollte sich nicht auf die KI-Konzerne verlassen
Aber es hilft ja alles nichts. Die Unternehmen werden sich – allen Beteuerungen zum Trotz – nicht selbst regulieren. Auch die US-Regierung hat daran wenig Interesse. Der Grund: Trump sieht sich – zu Recht – in einem Wettrüsten mit China und will den US-Vorsprung halten. Die Volksrepublik wiederum hat zwar strenge KI-Gesetze im Inneren, wird aber selbst alles daran setzen, dass chinesische Modelle zu amerikanische aufschließen. Beide verhandeln in........
