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Warum New York für 60 Dollar Roggenbrot Schlange steht – und wie es schmeckt

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12.10.2026

Sitzen zwei Deutsche, ein Schweizer und ein New Yorker an einem Tisch. In der Mitte liegt ein runder Laib, 1,5 Kilo, mehlbestäubt, daneben Butter, Schnittlauch, Käse. Abendbrotzeit in Brooklyn. Wer schneidet das gute Stück an? Natürlich die Deutsche. 60 Dollar hat das Roggensauerteigbrot gekostet, rund 53 Euro. Seit der Österreicher Martin Auer und sein Sohn Tim am 10. September in Soho ihre Bäckerei „Rye by Martin Auer“, eher eine Brotboutique, eröffnet haben, ist das Internet in Aufruhr. Sie verkaufen Roggenbrot nach österreichischem Familienrezept, mitten im Land des wabbeligen Toastbrots. „Das können sie gern wieder mit nach Österreich nehmen“, urteilte Tommy, auf Instagram „Tommy’s Touch“, nach dem Test einer Scheibe mit Marmelade. Spinnt New York jetzt völlig? Ja. Aber nicht wegen des Brots.

„Wenn New York ein Unternehmen ist, dann nicht Walmart. Es will nicht das billigste Produkt auf dem Markt sein. Es ist ein hochwertiges Produkt, vielleicht sogar ein Luxusprodukt.“ Das sagte Bürgermeister Michael Bloomberg im Jahr 2003, lange vor dem 60-Dollar-Brot. 23 Jahre später hat die Stadt einen Bürgermeister gewählt, der das Gegenteil verspricht: Der Sozialist Zohran Mamdani will Lebensmittel billiger machen, notfalls mit städtischen Supermärkten. Doch die öffnen frühestens 2027. Schaut man auf die Preise in den Supermärkten, gilt Bloombergs Satz heute mehr denn je. In Sohos neuester Bäckerei ganz besonders.

Brote hängen wie Exponate an den Wänden

An diesem Vormittag haben sich gerade Touristen aus Chicago eine Auswahl an Schnittchen bestellt. Eine Scheibe kostet zwischen sechs und 15 Dollar. Auf der Karte steht neben Butter mit Schnittlauch auch Erdnussbutter mit Marmelade, der amerikanische Schulhofklassiker. Nur eben auf Roggen- statt Weißbrot. „Verrückt“, sagt einer aus der Gruppe beim ersten Bissen. Der Geschmack........

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