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Vom Arbeiterkind in die Politik: Özdemir zum Ministerpräsidenten Baden-Württembergs gewählt

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Vom Arbeiterkind in die Politik Özdemir zum Ministerpräsidenten Baden-Württembergs gewählt

Cem Özdemir am Montag nach der Landtagswahl in Stuttgart.

Düsseldorf · Baden-Württemberg bekommt jetzt den ersten Ministerpräsidenten mit türkischen Wurzeln. Das ist ein Einschnitt, zweifellos. Dahinter droht aber eine andere Erfolgsgeschichte zu verblassen: die des Aufstiegs aus kleinen Verhältnissen.

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Nun hat er es also geschafft. Cem Özdemir wird Ministerpräsident von Baden-Württemberg – erster Regierungschef mit türkischen Wurzeln in einem deutschen Bundesland. Das ist bereits am Wahlsonntag weithin und wiederholt festgestellt worden, und es ist in der Tat ein Einschnitt in der Mentalitätsgeschichte einer Republik, die sich jahrzehntelang gegen die Zuschreibung als Einwanderungsland gesträubt hat.

Auch diese gläserne Decke ist nun durchstoßen – 33 Jahre nach der ersten Ministerpräsidentin (Heide Simonis in Schleswig-Holstein), 25 Jahre nach dem ersten offen schwulen Regierungschef (Klaus Wowereit in Berlin), gut vier Jahre nach dem ersten Bundesminister mit türkischen Wurzeln (ebenfalls Cem Özdemir). Es hat erstaunlich lange gedauert, wenn man die Geschichte der Bundesrepublik mit ihrer millionenfachen Einwanderung betrachtet.

Cem Özdemir hat Migrationshintergrund, wie die amtliche Bezeichnung lautet: ein bisschen umständlich, typisch deutsche Sprache eben, ein bisschen wenig greifbar auch; aber auch die etwas freundlicher klingende Zuwanderungsgeschichte ist kein Glanzstück des Wortschatzes. Was die Definition sagen soll: Die betreffende Person selbst oder mindestens ein Elternteil ist nicht mit deutscher Staatsbürgerschaft geboren.

Definition Das Statistische Bundesamt fasst unter Menschen mit Migrationshintergrund „zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer, zugewanderte und........

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