Die Kraft des Gemeinsamen
11. Juni 2026 – 26. Siwan 5786
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Die Kraft des Gemeinsamen
Vom Hoffen, Mitfiebern und Leiden: Eine Liebeserklärung an die Macht und die Möglichkeiten des Fußballs
Es war Moritz. Moritz Rajber. Der erste Jude aus Deutschland, ein deutscher Jude, ein jüdischer Deutscher oder vielleicht einfach der bayerischste Jude und der jüdischste Bayer, der die deutsche Fahne bei der Maccabiah durch die Straßen Israels trug. Er war es, der uns bei Maccabi München neben der Liebe zum Fußball auch die Liebe zum Singen schenkte.
Wir waren neun, zehn oder elf Jahre alt. Moritz sammelte uns in seinem Kombi in Schwabing, Bogenhausen und anderen Münchner Stadtteilen ein. Ob die Zahl der Mitfahrer den Vorschriften entsprach, interessierte ihn ebenso wenig wie uns. Zweimal in der Woche, manchmal auch sonntags, brachte er uns zum Training oder zu Spielen.
Damit entlastete er unsere Eltern, die wie die seinen Überlebende der Schoa aus Polen waren, und gab uns etwas weiter, das ihm wichtig war: die Liebe zu Fußball und Maccabi.
Wir verloren meistens. Nicht selten zweistellig. Aber das spielte kaum eine Rolle. Denn eigentlich ging es um etwas anderes: um Gemeinschaft.
Für uns Kinder der 70er- und 80er-Jahre, deren Eltern die Narben der Schoa mit sich trugen, war Maccabi weit mehr als ein Sportverein. Maccabi war Zugehörigkeit, Freundschaft und jüdische Selbstverständlichkeit.
Fußball und Weltmeisterschaften waren ein eigenes Faszinosum.
Vielleicht begann dort meine eigentliche Fußballgeschichte – nicht auf dem Spielfeld, sondern auf der Rückbank von Moritz Rajbers Kombi.
Fußball und Weltmeisterschaften waren ein eigenes Faszinosum. Meine ersten Erinnerungen führen zurück zur Weltmeisterschaft 1974 in München. Dazu gehörten auch belgische Cousins, die eigens........
