Zwischen Vatikan und Juden geht nach dem 7. Oktober kaum noch was
06. Oktober 2026 – 25. Tischri 5787
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Zwischen Vatikan und Juden geht nach dem 7. Oktober kaum noch was
Seit Jahrhunderten ist das Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Juden turbulent. Nach einem Zwischenhoch unter Johannes Paul II. kühlte es wieder ab. Und seit dem Gazakrieg nähert es sich einem neuen Tiefpunkt
Kaum etwas hat in den vergangenen Jahrzehnten das Verhältnis zwischen dem Judentum und dem Vatikan so belastet wie der 7. Oktober 2023 und seine Folgen. Es begann mit den Reaktionen christlicher Vertreter in Nahost, von denen manche einseitig mit der Sache der Palästinenser sympathisieren. Sie verurteilten die Massaker an Menschen in Israel durch die Hamas aus Sicht der Regierung in Jerusalem nicht klar genug.
Und in den folgenden Monaten solidarisierten sich christliche - auch katholische - Vertreter immer wieder mit der leidenden Bevölkerung im Gazastreifen. Dabei ließen sie aus Sicht Israels eine ähnlich klare Verurteilung des Terrors vom 7. Oktober vermissen, der Auslöser des Kriegs war.
Papst Franziskus provozierte Israel
Papst Franziskus, der täglich mit der einzigen katholischen Pfarrei in Gaza telefonierte, formulierte im Vorwort eines Buches 2024 Sätze, die in Israel mit großer Sorge registriert wurden. Dort hieß es: »Nach Ansicht einiger Experten weist das Geschehen in Gaza die Merkmale eines Völkermords auf.«
Der Vorwurf des Völkermords durch Israel wurde schließlich Ende Mai 2024 bei einer Kulturveranstaltung in der Vorhalle des Petersdoms explizit ausgesprochen - wenn auch nur von einer prominenten Gastrednerin (Tawakkol Karman) aus dem Jemen. Der Protest der israelischen Botschaft beim Heiligen Stuhl folgte umgehend.
Wieder einmal zeigte sich, dass Israel und das Judentum ebenso wenig voneinander zu trennen sind wie der Vatikan und die katholische Kirche. Und so gab es neben den Spannungen........
