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Stärken und Schwächen

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26.06.2026

26. Juni 2026 – 11. Tamus 5786

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Stärken und Schwächen

Unser Blick auf das eigene Volk ist manchmal nicht besonders positiv. Da hilft ein Perspektivwechsel

Eine Niederlage einzugestehen, fällt wohl kaum jemandem leicht. Diese jedoch historisch für die Nachwelt explizit festzuhalten, ohne ersichtlichen Grund, und dazu noch in der Tora, wo doch jedes Wort eine Bedeutung für die Ewigkeit trägt, lässt noch mehr verwundern.

Doch genau das geschieht im Wochenabschnitt Chukat: Mosche sandte dem König von Edom eine sehr höflich formulierte und geschichtlich begründete Bitte, er möge die Israeliten durch sein Land Richtung Kenaan, das verheißene Land Israel, ziehen lassen. Doch dieser weigerte sich vehement: Die wiederholte, ebenfalls sehr respektvoll angebrachte Anfrage beantwortete er mit der Mobilisierung seiner schwer bewaffneten Armee und verdeutlichte: Hier vorbei führt nur der Weg in den Krieg! Worauf sich Israel zurückzog und einen anderen Weg einschlug (4. Buch Mose 20, 14–21).

Warum erzählt die Tora von diesem beschämenden Kapitel? Liegt darin doch nichts als Hohn für das jüdische Volk, und offenbart es nicht seine Schwäche?

Noch erstaunlicher wird das Bild Jahrhunderte später ergänzt durch die Offenbarung des Richters Jiftach, die in manchen Jahren als Haftara zu Chukat gelesen wird: »Und der König von Edom hörte nicht, und auch zum König von Moaw schickte er, aber dieser wollte ebenfalls nicht, so saß Israel in Kadesch. Und es ging in der Wüste und umrundete das Land Edom und das Land Moaw« (Richter 11, 17–18).

Nicht nur vor Edom, auch vor Moaw duckten sich die Israeliten

Nicht nur vor Edom, auch vor Moaw duckten sich die Israeliten und nahmen mit einem Millionenvolk einen großen Umweg von Hunderten Kilometern in der Wüste in Kauf, nur um diese Anrainer Kenaans nicht mit dem Wunsch, durch ihr Land zu ziehen, weiter zu »provozieren«.

Kann man seine Schwäche noch klarer entblößen? Und dies so kurz vor dem Einzug ins Land Israel und den damit einhergehenden bevorstehenden Kämpfen? Wollte Gʼtt das Volk etwa auf diesem Wege demoralisieren (was tatsächlich geschah; siehe Raschis Kommentar zu 4. Buch Mose 21,4)? »Meine Gedanken sind nicht wie eure Gedanken, und eure Wege nicht die Meinen, spricht der Ewige« (Jeschajahu 55,8). Gʼttes Pläne sind manchmal kurzfristig nicht zu erkennen und schon gar nicht zu durchschauen, doch werden sie auf längere Sicht offenbar, so auch hier. Rabbi Josef Albo (1380–1444) erklärt in seinem Werk Sefer Haʼikarim (4,25), dass diese ganze Entwicklung zu einem Ziel führen sollte: zu Sichon, dem König der Emoriter, und seinem Verbündeten Og, dem König Baschans.

Sie zählten zu den........

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