Klassengröße
09. Oktober 2026 – 28. Tischri 5787
AboAngebote PrintAngebote E-PaperAbo-Service
AboAngebote PrintAngebote E-PaperAbo-Service
Was unsere Weisen über das Lernen in Gemeinschaft lehren
Geradezu überschwänglich wird Rabbi Jehoschua ben Gamla im Talmud gelobt: »Rabbi Jehuda sagte im Namen Ravs: Wahrlich, es sei jenes Mannes, namens Rabbi Jehoschua ben Gamla, zum Guten gedacht, denn wenn nicht er, würde die Tora in Israel in Vergessenheit geraten sein« (Baba Batra 21a).
Um die besondere Leistung von Rabbi Jehoschua ben Gamla, der in der Zeit des Zweiten Tempels in Jerusalem lebte, deutlich zu machen, skizziert der Talmud die Geschichte der Tora-Unterweisung: »Anfangs pflegte nämlich, wer einen Vater hatte, von ihm in der Tora unterrichtet zu werden, und wer keinen Vater hatte, lernte die Tora nicht. Sie folgerten dies aus folgendem Schriftvers: ›Ihr sollt sie lehren‹ (5. Buch Mose 11,19) – ihr selbst sollt sie lehren! Später aber ordnete man an, in Jerusalem Kinderlehrer anzustellen.«
Weiter heißt es: »Aber immer noch pflegte den, der einen Vater hatte, dieser hinzubringen und lehren zu lassen. Wer aber keinen Vater hatte, kam nicht nach Jerusalem und lernte nichts. Da ordnete man an, Toralehrer in jedem Bezirk anzustellen. Man brachte die Schüler im Alter von 16 oder 17 zu ihnen; wenn aber der Lehrer über einen Schüler in Zorn geriet, schlug dieser aus und lief fort. Schließlich trat Rabbi Jehoschua ben Gamla auf und ordnete an, dass man Kinderlehrer in jeder Stadt anstelle, denen man die Kinder im Alter von sechs oder sieben Jahren (je nach der körperlichen Entwicklung)........
