Einstimmige Zwiesprache
13. Oktober 2026 – 2. Cheschwan 5787
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Einstimmige Zwiesprache
Kunstexperte Konrad Bernheimer stellte seine Familiengeschichte zwischen Südamerika und Deutschland in Briefen an den Vater vor
Das Grußwort von Charlotte Knobloch für den Abend mit Konrad Bernheimer hätte nicht inniger ausfallen können, verbindet die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) mit dem Kunstexperten doch eine über die Jahre gewachsene Freundschaft. Sie versprach »eine interessante und kurzweilige Veranstaltung«, denn »er ist ein begnadeter, gebildeter und unterhaltsamer Erzähler«. Knobloch kündigte diesen Abend als besonderen an, weil die Briefe an meinen Vater wohl das persönlichste Buch des Gastes seien.
Bernheimer dankte Knobloch, ohne die es das Jüdische Zentrum gar nicht gäbe und der er es verdanke, obgleich rein katholisch aufgewachsen, sich je älter er werde, umso jüdischer zu fühlen. Und er bedankte sich auch bei der großen Fangemeinde und dem Freundeskreis, die zur Präsentation seines jüngsten Buches gekommen waren – allen voran dem jungen Prinz Ludwig von Bayern, dem er herzliche Grüße für Franz von Bayern mitgab. Die Wittelsbacher und die Bernheimer verbinde eine lange Geschichte, die mit der Ernennung des Urgroßvaters Lehmann Bernheimer zum königlichen Hoflieferanten begann. Unausgesprochen hing an dieser Stelle auch im Raum, dass beide Familien ins Fadenkreuz des NS-Regimes gerieten.
Nicht tiefgründig genug, weil mit Familien-Schweigen belegt
»Narwalzahn und Alte Meister. Aus dem Leben einer Kunsthändler-Dynastie« war der Titel von Konrad Bernheimers erstem Buch 2013. Darin kam natürlich sein Vater Kurt vor, doch nicht tiefgründig genug, weil mit Familien-Schweigen belegt. Geschwiegen wurde über das Ausmaß an Demütigung und Folter nach der »Kristallnacht« im KZ Dachau........
