„Japanische Qualität zu Billiglöhnen“ – Die Werft, die Chinas erdrückender Marktmacht trotzt
Vor Chinas Schiffbauindustrie kapitulieren? Das kommt für Tsuneishi nicht infrage. Mit einem ungewöhnlichen Großprojekt zeigt der japanische Schiffbaukonzern, wie man erfolgreich einer scheinbar erdrückenden Marktmacht trotzen kann.
Aber von Anfang an: Tsuneishi will eine Werft in Timor-Leste bauen. Das ist ein junger Staat mit nur 1,5 Millionen Einwohnern im indonesischen Archipel, ein paar hundert Kilometer nördlich der australischen Küste. 4000 Arbeiter sollen dort künftig bis zu einem Dutzend Schiffe pro Jahr bauen – zu Löhnen weit unter chinesischem Niveau.
Das Projekt zeigt, wie Japan Internationalisierung und Industriediplomatie gezielt nutzt, um Chinas Dominanz in einzelnen Industrien zu begegnen. Das wirkt: Während viele europäische Länder und die USA den kommerziellen Schiffbau weitgehend aufgegeben haben, hält Japan mit rund zehn Prozent Weltmarktanteil Platz drei – hinter China und Südkorea.
Das zahlt sich auch in der neuen Phase der Globalisierung aus, in der wirtschaftliche Sicherheit........
