Vogels Erbe
Münchner OB-Wahl : Vogels Erbe
München hat den zweitjüngsten Oberbürgermeister seiner Geschichte gewählt. Von seinem Vorgänger Dieter Reiter unterscheidet sich der Grüne Dominik Krause in der Wohnungspolitik. Er könnte das Erbe von Hans-Jochen Vogel antreten.
Als Hans-Jochen Vogel am 27. März 1960 zum Oberbürgermeister von München gewählt wurden, war er der jüngste Inhaber des Amtes in der Stadtgeschichte – und diesen Rekord hält Vogel, dessen hundertster Geburtstag am 3. Februar in den bayerischen Kommunalwahlkampf fiel, auch nach dem Stichwahlsonntag 2026, obwohl der seit zwölf Jahren amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter seinem 32 Jahre jüngeren bisherigen Stellvertreter Dominik Krause unterlag. Auch Vogel machte ein Dutzend Amtsjahre im Rathaus voll, danach lag aber noch ein halbes politisches Leben vor ihm, das ihn 1981 noch einmal zum Oberhaupt einer Millionenstadt machte.
Zunächst wurde er aber nach den Olympischen Spielen Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau im zweiten Kabinett von Willy Brandt. Er hatte München in einer Boomzeit des Stadtumbaus und Stadtausbaus regiert, und seine Bilanz zog er im Sommer 1972, noch als Rechtsanwalt Dr. Hans-Jochen Vogel, München, firmierend, in einem Aufsatz in der „Neuen Juristischen Wochenschrift“ (NJW) unter der Überschrift „Bodenrecht und Stadtentwicklung“.
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