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Die Epidemie der Wut

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16.10.2026

Zornige Bürger : Die Epidemie der Wut

Wut ist zum emotionalen Grundzustand der Gesellschaft geworden. Überall wimmelt es von Gegnern und Sündenböcken. Es ist Zeit für ein Gegengift.

Sie bricht sich Bahn. In Spanien, in Frankreich, an den Wahlurnen in Deutschland. Überall herrscht Wut. Wut auf die Wohnungskonzerne, Wut auf Politiker und den Staat, Wut auf alle, die schuld sein könnten, dass die eigenen Aussichten nicht so rosig sind wie erhofft.

Wut ist die tägliche Begleiterin im Internet, im Straßenverkehr, bei Linken, Rechten, in der Mitte. Sie selbst ist unpolitisch, jeder ist mal wütend. Und doch ist sie das politisch verbindende Element dieser Zeit. Oder präziser: der emotionale Erregungszustand, ohne den viele Phänomene der Gegenwart nicht zu erklären wären. Das gilt nicht zuletzt für ökonomische Entwicklungen. Denn Wut und Wirtschaft haben mehr miteinander zu tun, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

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Wirtschaftlicher Druck macht Menschen wütend. Steigende Preise, fehlende Wohnungen oder gigantische Gewinne von Mineralölkonzernen bringen die Leute auf die Palme. Dieser Zusammenhang ist aber längst nicht alles: Wer wütend ist, verändert seine wirtschaftspolitischen Präferenzen. In der Aufmerksamkeitsökonomie ist Wut die wertvollste Währung. Und Wut ist eine der wenigen Ressourcen, die sich vermehrt, wenn man sie teilt.

Schuld sind immer die anderen

Wem das zu abstrakt ist, dem sei die........

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