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Olympia-Abschlussfeier: Selbst das schönste Amphitheater kann die Misstöne nicht kaschieren

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23.02.2026

Schön und würdig sind diese Olympischen Spiele in Cortina d’Ampezzo und Mailand zu Ende gegangen. Allein die Location: das 2000 Jahre alte Amphitheater von Verona, ein Gedicht von einem Bauwerk. Wer diesen Ort bisher noch nicht besucht hat, dürfte nach der Abschlussfeier darüber nachdenken.

Schon die Eröffnungsszene der Feier am Sonntagabend war ein Traum für Opern‑Fans: Rigoletto, Figaro, Aida und Madama Butterfly — aufgeführt in prächtigsten Kostümen und Klängen. So stilvoll feiern kann vermutlich nur Italien.

Martin Einsiedler hat diese Spiele trotz aller Probleme gerne geschaut.

Fast sinnbildlich rauschte in einem besonders stimmungsvollen Moment ein Hubschrauber knapp über die Arena hinweg.

Die Olympischen Spiele in Italien waren gelungen, aber eben nicht frei von Misstönen. Agenten der umstrittenen US‑Einwanderungsbehörde ICE waren unwillkommene Gäste; bei der Eröffnungsfeier gab es Pfiffe gegen israelische Athletinnen und Athleten. Und dann ist da noch der größte Elefant im Raum der Olympischen Bewegung: der Umgang mit Russland und der Ukraine.

Die Lösung des organisierten Sports bisher: protestierende ukrainische Sportlerinnen und Sportler dürfen nicht starten, russische Athletinnen und Athleten sollen bei den in wenigen Wochen stattfindenden Paralympics wieder unter russischer Flagge antreten dürfen. In der Sportwelt brodelt es gewaltig.

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Den italienischen Ausrichtern ist all das nicht anzulasten. Sie können nichts für den Dilettantismus des organisierten Sports. Einen Makel hatten die Spiele in Italien in diesem Jahr dennoch: Sportler und Zuschauer berichteten häufig vom fehlenden olympischen Flair, weil die Sportstätten teils weit verstreut und schwer erreichbar waren. Das Konzept ist nicht aufgegangen.

Daraus könnten kommende Ausrichter lernen – nur nicht die nächsten. 2030 macht Olympia Station in den französischen Alpen, in den Regionen Provence‑Alpes‑Côte d’Azur und Auvergne‑Rhône‑Alpes. Weite Wege dürften garantiert sein. Aber wenn das Internationale Olympische Komitee seine Probleme geregelt bekommt, geht man diese Wege vielleicht gerne.


© Der Tagesspiegel