Trumps Geburtstagsfeier : Ein würdeloser Abschied vom alten Amerika
Mit der Würde in der Politik ist es so eine Sache. Macht ist wichtig, vielleicht das Wichtigste. Werte und Moral treten oft in den Hintergrund. Wer in der politischen Arena kämpft, dem geht es um Kontrolle, Einfluss und ja, auch um das eigene Ego. Die Geschichte ist voller Beispiele, die bestätigen: Was wollen Menschen mit Macht? Mehr Macht.
Donald Trump ist ein gutes Beispiel. Doch bei dem narzisstisch veranlagten US-Präsidenten geht es um eine zweite Frage: Was wollen Menschen mit Aufmerksamkeit? Mehr Aufmerksamkeit.
Im präsidentiellen System des Landes gibt es beide Dinge im Überfluss. Fast alles ist auf den Staatschef zugeschnitten. Wer im Weißen Haus regiert, kann das Land mit seiner exekutiven Macht formen. Stellt ein Präsident das Wohl des Landes vor sein eigenes, handelt er zum Vorteil der Amerikanerinnen und Amerikaner. Nicht umsonst wird der US-Regierungssitz auch als „The People’s House“ bezeichnet, als Haus des Volkes.
Der aktuelle Staatschef formt nicht, er verformt. Nicht sich selbst, sondern das Land, die Hauptstadt und das Weiße Haus.
Johannes Altmeyer Johannes Altmeyer verantwortet beim Tagesspiegel die Koordinierung und Weiterentwicklung des Newsletter-Portfolios. Für das Ressort Internationales schreibt er regelmäßig über die US-Innen- und -Außenpolitik. Frühere Stationen waren unter anderem der Axel-Springer-Verlag (Business Insider, Welt), Media Pioneer und N24 (heute Welt).
Wer sich aktuelle Fotos des weltberühmten Gebäudes anschaut, der erkennt vor allem zwei Dinge: eine gigantische Baugrube und eine riesige,........
