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Bundeswehrverband fordert Schichtbetrieb für die deutsche Rüstung

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26.03.2026

Angesichts der globalen sicherheitspolitischen Entwicklungen schlägt der Deutsche Bundeswehrverband (DBwV) Alarm. Im Zentrum steht die wachsende Gefahr durch Russland, die durch den Fokus auf den Iran-Krieg aus Sicht des DBwV zusätzlich an Brisanz gewinnt.

Sorge um den Fokus der Verbündeten

Der Vorsitzende des Verbandes, André Wüstner, sieht die europäische Sicherheitsarchitektur in einer äußerst kritischen Phase. Wüstner warnte am Donnerstag in mehreren Medien davor, die unmittelbare Gefahr an der Nato-Ostflanke aus den Augen zu verlieren. Wörtlich sagte er: „Wir dürfen uns nicht weiterhin einseitig auf den Krieg der USA und Israels gegen den Iran fokussieren.“

Die Konzentration der Verbündeten auf den Nahen Osten berge die Gefahr, dass gravierende Abschreckungslücken gegenüber Russland entstehen. Laut dem Verbandschef seien in der Folge auch Grenzüberschreitungen an der Nato-Ostflanke möglich.

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Warnung vor weiterer Eskalation

Um dieser Bedrohung zu begegnen, fordert der DBwV-Chef ein deutlich schnelleres Aufrüsten und tiefgreifende Veränderungen in der Industrie. Die deutsche Rüstungsindustrie müsse ihre Kapazitäten zwingend erweitern und im Schichtbetrieb arbeiten, forderte Wüstner laut aktuellen Berichten. Dies sei notwendig, „um bei weiterer Eskalation in eine Art Kriegswirtschaft zu gelangen“. Eine drastische Beschleunigung der Produktion sei unerlässlich, um die Verteidigungsfähigkeit zu gewährleisten. Wüstner unterstrich die Dringlichkeit mit dem Verweis auf verbündete Staaten: „Nicht nur die Osteuropäer sprechen bereits von einer Vorkriegsphase und stärken ihre Verteidigungsfähigkeit mit Hochdruck. Das müssen auch wir jetzt tun.“

Dass Europa nun verstärkt selbst für seine Sicherheit verantwortlich ist, macht Wüstner nicht erst seit den jüngsten Eskalationen im Nahen Osten deutlich. Bereits in einem Interview im Februar dieses Jahres mahnte er an, dass europäische Partner wie Frankreich und Großbritannien eindeutigere Aufrüstungspläne vorlegen müssten. Die europäischen Staaten seien in der Pflicht, schneller und entschlossener gemeinsam zu rüsten.

Dieses Grundverständnis von Sicherheit und Prävention fasst Wüstner regelmäßig fernab konkreter Tagesereignisse in einem seiner zentralen Leitsätze zusammen: „Wer verteidigungsfähig ist, schreckt ab, wer es nicht ist, lädt ein.“

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© Berliner Zeitung