Ilyas Ansah zeigt klare Kante: Rassisten muss man „immer zur Rechenschaft ziehen“
Fast zwölf Minuten waren es, die vergangene Woche in die Bundesliga-Geschichte eingingen. Fast zwölf Minuten, in denen Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern, einen beeindruckenden Monolog zum Thema Rassismus hielt. Aufgehängt an einem Vorfall aus den Champions-League-Playoffs, bei dem Vinicius Jr. beim Spiel von Real Madrid in Lissabon von seinem Gegenspieler mutmaßlich rassistisch angefeindet worden war.
Hoch und runter war die Rede des Belgiers zitiert worden. Es war mehr als ein Statement, das man – völlig egal, ob man es mit den Bayern hält oder nicht – schlicht beklatschen musste. Ilyas Ansah hat die Rede nicht in Gänze gesehen, an ihm vorbeigegangen ist sie natürlich trotzdem nicht. Am Mittwoch saß der Stürmer des 1. FC Union Berlin im Medienraum im Stadion An der Alten Försterei und blickte noch mal zurück auf Kompanys Worte.
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„Es ist wichtig, dass darüber im Fußball gesprochen wird. Nirgendwo, auch nicht im Fußball, darf es Platz für Rassismus geben. Es ist schön, dass sich so eine bedeutende Person die Zeit nimmt, darauf aufmerksam zu machen“, war Ansah von den Worten des 39-Jährigen beeindruckt.
Ansah war in der Vergangenheit ebenfalls schon Opfer rassistischer Anfeindungen, wie er selbst sagt. „Nicht in der Bundesliga“, betonte er zwar, wollte aber als Ausrede auch nicht gelten lassen, dass viele Profis in Deutschland durch die intensive Betreuung in den Nachwuchsleistungszentren gar nicht erst auf solche Gedanken kommen würden. „Es gibt überall schlechte und gute Menschen“, sagte der 21-Jährige. Da spiele es keine Rolle, ob man in der Bundes- oder in der Kreisliga spielt. Diejenigen, die sich rassistisch äußern, müsse man laut Ansah „immer zur Rechenschaft ziehen“.
Warten auf das sechste Saisontor – in Gladbach?
In sportlicher Hinsicht läuft es für den Sommer-Neuzugang des SC Paderborn eigentlich ganz gut. Fünf Tore und zwei Vorlagen stehen in seiner Debütsaison im Fußball-Oberhaus bislang im Zeugnis. Einziger Haken: Sein letzter Treffer liegt schon zweieinhalb Monate zurück. „Es ist keine leichte Situation und man muss sich als junger Spieler erst daran gewöhnen, dass es nicht immer nur nach oben geht“, sagte Ansah. „Dann braucht man Leute, die einem helfen, das richtig einzuordnen.“
Am Sonnabend (15.30 Uhr) beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach kann der U21-Nationalspieler womöglich den nächsten Anlauf nehmen. Weil Andrej Ilic gelbgesperrt fehlen wird, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Ansah wieder von Beginn an auflaufen darf. Trainer Steffen Baumgart hat ihm zuletzt trotz neun Spielen ohne Tor immer wieder den Rücken zu stärken. „Er versucht, mir den Druck zu nehmen“, sagte Ansah.
