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Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke: „Das Leipziger Literaturhaus ist gerettet“

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26.02.2026

Gute Nachrichten müssen sich manchmal erst entwickeln. Deshalb funktioniert der Satz „Das Leipziger Literaturhaus ist gerettet“ zum jetzigen Zeitpunkt nur mit der Einfügung des Wörtchens „vorerst“. Der folgende Satz aber gilt ohne Einschränkung: „Bei einer langen Stadtratssitzung am Mittwoch stimmten 45 von 63 Stadträten für den Erhalt des Hauses.“

Das bedeutet, die Stadt wird sich sehr wahrscheinlich künftig um dessen finanzielle Grundausstattung kümmern. Bisher zehrte das Literaturhaus noch vom DDR-Erbe, von Geldern aus dem einstigen Kulturministerium. Dieser Topf wird bald geleert sein, was den Trägerverein des Hauses, zahlreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller, den PEN, den Börsenverein des deutschen Buchhandels und darüber hinaus etliche mit der Buchstadt Leipzig verbundene Menschen beunruhigte.

Aus Hoffnung entsteht noch keine Politik

Auf Nachfragen äußerten fast alle im Stadtrat vertretenen Parteien in den vergangenen Wochen die Hoffnung, dass das Literaturhaus eine Zukunft hat. Aus Hoffnung entsteht noch keine Politik. Dafür ist mit der Abstimmung ein wesentlicher Schritt getan.

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In der Sitzung hatte sich der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) klar und hörbar von Herzen für das Literaturhaus ausgesprochen. Noch am späten Mittwochabend zeigte sich die Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) auf Instagram erfreut über das „starke Signal“ und postete: „Mit dem Beschluss fordert der Stadtrat uns als Verwaltung auf, trotz der aktuellen Haushaltslage eine Lösung für den Fortbestand des Literaturhauses vorzulegen.“ Stephanie Jacobs, Vorsitzende des Vereins Literaturhaus, nannte bei MDR Kultur das Votum der Stadträte ein erstes wichtiges Zeichen, dass die Stadt Verantwortung übernehme.

Leipzig muss sparen, entscheidet sich aber für die Kultur. Jetzt fehlt nur noch die konkret ausgearbeitete Beschlussvorlage, über die wiederum abgestimmt werden muss. Vielleicht passiert das sogar noch vor der Buchmesse ab dem 19. März. Nötig sind jährliche Mittel in Höhe von 205.000 Euro, die zusätzlich in den Haushalt des Kulturamts eingestellt werden müssten. Auf diese im Vergleich zu anderen Literaturhäusern kleine Summe ist das 1996 als erstes in einer ostdeutschen Stadt gegründete Literaturhaus für den Grundbetrieb angewiesen. Nach etwa 5000 Veranstaltungen war das Ende in Sicht, nun kann es einen neuen Anfang geben – fest verankert im Haushalt der Stadt.


© Berliner Zeitung