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Warum der Kampf gegen die Klimakrise stockt

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05.03.2026

Klimaschutzmaßnahmen und Anpassungen verlaufen zu langsam, das 1,5-Grad-Ziel wird voraussichtlich überschritten.

Industriestaaten tragen Hauptverantwortung, leisten aber zu wenig finanzielle Unterstützung für den Globalen Süden.

Fehlende Wahrnehmung, Daten und Effizienz behindern wirksame Klimaanpassung, es fehlt an Personal in der Verwaltung und an Awareness in der Privatwirtschaft.

1,5-Grad-Ziel wird bald überschritten, bis 2050 drohen 3 Grad.

China verursacht 30% der globalen Emissionen, allerdings sinkt dort der CO₂-Ausstoß.

30% der Biomasse aller Landwirbeltiere sind Menschen, 65% Nutztiere, nur 5% Wildtiere.

Industriestaaten zahlen nur 300 Milliarden Euro jährlich, nötig wären 1,3 bis 1,4 Billionen Euro.

Klimaschutzmaßnahmen und Anpassungen verlaufen zu langsam, das 1,5-Grad-Ziel wird voraussichtlich überschritten.

Industriestaaten tragen Hauptverantwortung, leisten aber zu wenig finanzielle Unterstützung für den Globalen Süden.

Fehlende Wahrnehmung, Daten und Effizienz behindern wirksame Klimaanpassung, es fehlt an Personal in der Verwaltung und an Awareness in der Privatwirtschaft.

1,5-Grad-Ziel wird bald überschritten, bis 2050 drohen 3 Grad.

China verursacht 30% der globalen Emissionen, allerdings sinkt dort der CO₂-Ausstoß.

30% der Biomasse aller Landwirbeltiere sind Menschen, 65% Nutztiere, nur 5% Wildtiere.

Industriestaaten zahlen nur 300 Milliarden Euro jährlich, nötig wären 1,3 bis 1,4 Billionen Euro.

Von einem „Bummelzug in die richtige Richtung“ hat meine Kollegin Eva Stanzl in einem Text kurz vor der vergangenen Klimakonferenz COP30 geschrieben. Während Klimaschutz und -anpassung viel zu langsam vorangehen, nimmt die Erderwärmung weiter Fahrt auf. Das oft zitierte 1,5-Grad-Ziel (maximaler Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zur vorindustriellen Zeit) ist bald überschritten, wir steuern eher auf plus 3 Grad bis 2050 zu – mit allen dramatischen Konsequenzen. Warum? Hier der Versuch einer Antwort in zehn Thesen.

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1. Wir haben echt andere Sorgen.

Krieg in der Ukraine, Krieg im Nahen Osten, geopolitische Unsicherheit durch einen erratischen US-Präsidenten, wirtschaftliche Konkurrenz aus China, Teuerung, Konjunkturschwäche – und da sollen wir auch noch das Klima schützen? Der Green Deal der EU sollte nicht bloß ein Klima- und Umweltschutzprogramm sein, sondern eigentlich auch eine wirtschaftliche Investitionsoffensive zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Doch statt die Chancen, die er eröffnet, zu ergreifen, wird er zurückgefahren. Derweil avanciert China, das für 30 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich ist, zum Vorreiter in der Energiewende mit einem sinkenden CO₂-Ausstoß – und zwar sicher nicht aus Liebe zum Klima, sondern weil die Staatsführung den ökonomischen Nutzen erkannt hat.

2. Wir im Globalen Norden fühlen uns nicht betroffen.

Der Klimawandel ist furchtbar, er lässt die Pole und Gletscher schmelzen, den Meeresspiegel steigen, verstärkt Naturkatastrophen in aller Welt, von Hochwasser über Stürme bis Dürre. Aber ich am Wiener Stadtrand spüre all das noch nicht. Und wenn es doch einmal so weit ist, dann wird es für viele andere längst zu spät sein.

Ereignisse auf anderen Kontinenten wirken sich bei uns aus.

Dabei betrifft mich der Klimawandel auch jetzt schon, nur ist es mir nicht bewusst. „Ereignisse auf anderen Kontinenten wirken sich bei uns aus“, betont die Volkswirtschaftlerin Birgit Bednar-Friedl von der Uni Graz. Allein in Österreich dürften gut 20 Prozent der Klimafolgekosten bis 2050 ihren Ursprung außerhalb der Landesgrenzen haben, in Deutschland oder Großbritannien vielleicht sogar noch mehr. Als konkretes Beispiel für grenzüberschreitende Klimarisiken nennt sie die große Flut in Thailand im Jahr 2011, die in Europa für Engpässe und Preisverdopplungen bei Elektronikbauteilen sorgte. Wenn die Erderwärmung ein Glied der Lieferkette schädigt, leiden auch alle anderen. Das zeigen auch extreme Preisschwankungen bei Importprodukten wie Soja, Kakao oder Getreide. Selbst unser Arbeitsmarkt könnte leiden, wenn Arbeitskräfte aus dem globalen Süden zum Beispiel für die Pflege ausbleiben, „weil sie daheim gebraucht werden, um Folgen des Klimawandels im eigenen Land zu bewältigen“, stellt Bednar-Friedl fest.

3. Ein paar Arten sterben durch die Klimakrise aus. Aber das ist doch eh ganz normal.

Es stimmt schon, der Erde als Ganzer ist der Klimawandel herzlich egal. Und ja, auch schon Millionen Jahre vor dem menschengemachten Klimawandel haben sich ganze Tiergruppen verabschiedet. Dinos und Mammuts haben schließlich auch nicht wir ausgerottet. Und: „Die Natur ist eine Meisterin im Ausgleichen“, sagt dazu der Bestseller-Autor Marc Elsberg im Gespräch mit der WZ. Aber: „Zu welchem Preis?“ Er hat seine beiden jüngsten Wissenschaftsthriller „°C – Celsius“ (2023) und........

© Wiener Zeitung