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Freiwillige im Rettungsdienst: Nachtschicht mit Freund:innen

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05.08.2026

Erni Lippert und Thomas Rinnhofer leisten ehrenamtlich Nachtdienst beim Roten Kreuz und helfen Menschen in Not.

In Niederösterreich dürfen Notfallsanitäter:innen wie Thomas Rinnhofer eigenständig lebensrettende Maßnahmen durchführen und über Transporte entscheiden, in anderen Bundesländern jedoch nicht.

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern erschweren einheitliche Standards und die Finanzierung von Rettungseinsätzen ohne Transport.

Über 44.000 Freiwillige beim Roten Kreuz in Österreich, ein Drittel Frauen

80 % der 86 Rotkreuz-Fahrzeuge in Niederösterreich mit NKV (Notfallsanitäter:innen mit Kompetenz für Venenpunktion) besetzt

Nachtdienst von 20:00 bis 6:00 Uhr, insgesamt 10 Stunden

Unterschiedliche Regelungen und Kompetenzen je Bundesland

Erni Lippert und Thomas Rinnhofer leisten ehrenamtlich Nachtdienst beim Roten Kreuz und helfen Menschen in Not.

In Niederösterreich dürfen Notfallsanitäter:innen wie Thomas Rinnhofer eigenständig lebensrettende Maßnahmen durchführen und über Transporte entscheiden, in anderen Bundesländern jedoch nicht.

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern erschweren einheitliche Standards und die Finanzierung von Rettungseinsätzen ohne Transport.

Über 44.000 Freiwillige beim Roten Kreuz in Österreich, ein Drittel Frauen

80 % der 86 Rotkreuz-Fahrzeuge in Niederösterreich mit NKV (Notfallsanitäter:innen mit Kompetenz für Venenpunktion) besetzt

Nachtdienst von 20:00 bis 6:00 Uhr, insgesamt 10 Stunden

Unterschiedliche Regelungen und Kompetenzen je Bundesland

Die Sonne strahlt noch warm vom sommerlichen Abendhimmel, als Erni Lippert und Thomas Rinnhofer sich um 20 Uhr bei ihrem Rettungsauto in der Rotkreuz-Station Wolkersdorf treffen. Und sie wird auch wieder warm strahlen, wenn die beiden am nächsten Morgen um 6 Uhr ihren gemeinsamen Nachtdienst beenden. Dazwischen liegen zehn Stunden eines typischen Nachtdienstes, in denen sie Menschen in Not helfen werden. Und in denen sich zeigen wird, welche Blüten der Föderalismus auch im Rettungswesen treibt.

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Zunächst aber überprüfen Lippert und Rinnhofer das Fahrzeug, das sie von der Tagmannschaft übernehmen, die alles geputzt und Materialien wieder aufgefüllt haben sollte. Die beiden sind ein eingespieltes Team: Lippert, deren Stammplatz der Fahrersitz ist, arbeitet sich von dort über den linken Stauraum nach hinten vor. Rinnhofer steigt gleich einmal rechts hinten im Patient:innenraum ein und kontrolliert dort alle Geräte und Medikamente. Die Materialliste ist zwölf A4-Seiten lang. „Wir haben sehr vieles in doppelter Ausführung: einmal im Notfallrucksack und einmal im Auto“, erklärt Lippert. Gut eine halbe Stunde dauert die Vorbereitung auf den Nachtdienst.

Das Schöne ist auch, dass das Ehrenamt alle Generationen vereint.

Es ist ein ruhiger Abend, was für Lippert und Rinnhofer erst einmal bedeutet, dass sie im Aufenthaltsraum herumsitzen. Langweilig wird ihnen aber nicht. „Man hat hier Dienst mit Freund:innen“, sagt Rinnhofer. „Das Schöne ist auch, dass das Ehrenamt alle Generationen vereint“, ergänzt Lippert. „Da arbeiten 20-Jährige mit 60-Jährigen zusammen.“ Unter den österreichweit mehr als 44.000 Freiwilligen des Roten Kreuzes (davon ein Drittel Frauen) entstehen nicht nur langjährige Freundschaften – Rinnhofer war gerade erst gemeinsam mit Rotkreuz-Kolleg:innen auf Urlaub –, sondern auch Beziehungen. Lippert zum Beispiel hat ihren Ehemann beim Roten Kreuz kennengelernt. Und auf ihre Kinder haben ihr langjähriger Einsatzpartner Rinnhofer und seine Frau schon oft aufgepasst.

Voll bepackt zum Patienten

Allzu lange bleibt es an diesem Abend nicht ruhig in Wolkersdorf. Um 21:45 Uhr geht der erste Alarm ein, sowohl am Pager als auch am Handy. Mitgeschickt werden die wichtigsten Basisinformationen zum Einsatz: Der Patient ist 75 Jahre alt und leidet unter akuter Atemnot, vermutlich aufgrund der chronischen Lungenerkrankung COPD. Während Lippert wie immer hinter dem Lenkrad Platz nimmt, greift Rinnhofer zum Einsatz-Tablet, auf das sie von der Leitstelle noch mehr Daten bekommen – inklusive Navigation zum Einsatzort. „Ich fahre immer mit Navi“, bekennt Lippert, die sich an ihre erste Zeit als Rettungssanitäterin vor 20 Jahren erinnert, „als wir noch eine ganze Mappe an Umgebungsplänen mithatten. Das war oft sehr mühsam.“

Zehn Minuten später marschieren die beiden vollbepackt mit Sauerstoff, Notfallrucksack, Monitoring-Ausrüstung, Absaugeinheit, Funkgerät und Fahrzeughandy ins Wohnzimmer des Mannes, der verkrampft in einem Sessel sitzt und nach Luft ringt. Nach einem raschen Monitoring (Sauerstoffsättigung, Blutdruck, Puls, EKG, Blutzucker, Körpertemperatur) durch Lippert steht fest: Ein akuter Infekt dürfte das COPD verschlimmert haben.........

© Wiener Zeitung