Die Schüsse im Hilton: Wie konnte Trump so nah an den Abgrund geraten?
Weil alle Puzzlesteine der Beinahe-Tragödie im Washingtoner Hilton-Hotel noch lange nicht plausibel zusammengesetzt sind, hilft vielleicht eine schlichte Frage: Wie kann es sein, dass ein Mann mit Schrotflinte, Handwaffe und mehreren Messern unbehelligt in einem Nobelhotel einchecken kann, in dem der amerikanische Präsident, sein Vize und fast das gesamte Kabinett zusammenkommen?
Wie ist es möglich, dass eine Einladung zur alljährlichen Nabelschau der White-House-Korrespondenten offenbar ausreichte und die Identität der Gäste nicht akribisch geprüft wurde?
Sicherheitskonzept in Washington versagt trotz Metalldetektoren
Das Sicherheitskonzept in der Hauptstadt der freien Welt hätte trotz Metalldetektoren fahrlässiger kaum sein können; auch wenn der Secret Service das Gegenteil behauptet. Der Eindruck, der sich in diesem atmosphärisch völlig vergifteten Land festsetzt, ist der eines latent gescheiterten Staates. Wenn hochkarätige Treffen der Eliten dem gleichen Wahnsinn durch bewaffnete Einzeltäter ausgesetzt sind wie Schulen und Shoppingmalls, was bleibt dann noch?
Exklusiv aus den USA – für Sie recherchiert
Orbans Sturz enthüllt ein zentrales Problem für Donald Trump
Trump-Lager nervös: Demokratischer Jungstar steht vor kometenhaftem Aufstieg
„Dann wären wir in dem Stadium, das vor dem Faschismus kommt“
Es wird spannend zu beobachten sein, wie dieser Präsident, der alles für seinen bröckelnden Machterhalt tun wird, auf die für ihn willkommene Ablenkung vom Iran-Desaster und der Vertrauenskrise in den USA reagieren wird. Notverordnungen und eine noch härtere Verdachtskultur gegen alles, was links der politischen Mitte steht, dürfen nicht die Antwort sein. Zunächst ist etwas wichtig, was unter Trump zuschanden geritten wurde: lückenlose Transparenz. Viel Zeit bleibt der Regierung nicht. Die Verschwörungstheorie, dass die Schüsse im Hilton inszeniert gewesen seien, läuft bereits in den sozialen Medien rauf und runter.
