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"Ich wollte mit meinem Denunzianten sprechen"

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05.07.2026

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"Ich wollte mit meinem Denunzianten sprechen"

05. Juli 2026 | Rainer Zitelmann

Der international bekannte Historiker wurde wegen eines X-Posts mit einem Hitler-Bild angezeigt. Nun hat er Namen und Adresse des Anschwärzers – aber die Kontaktaufnahme misslingt

VON RAINER ZITELMANN, Berlin

„Gesicht zeigen“ – so lautet seit Jahren eine der beliebtesten Parolen im „Kampf gegen Rechts“. Gemeint ist: Mut haben, öffentlich für die eigenen Überzeugungen eintreten und Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen. Das klingt ehrenwert.

Umso erstaunlicher ist es, dass in diesem Milieu anonyme Denunziation häufig als völlig legitim gilt. Menschen werden anonym angeschwärzt, Arbeitgeber kontaktiert, Veranstalter unter Druck gesetzt oder Behörden informiert – ohne dass die Urheber bereit wären, selbst Gesicht zu zeigen. Der öffentliche Appell zum Mut endet dort, wo eigener Mut gefragt wäre.

Der Denunziant ohne Gesicht ist der Gegenentwurf zu dem Ideal, das so oft beschworen wird. Er sucht nicht die offene Auseinandersetzung, sondern den Schutz der Anonymität.

Der Fall: „Tatörtlichkeit X“

Anfang Februar 2026 ging bei mir ein Brief der Polizei ein. Jemand hatte mich angezeigt, weil ich ein Bild auf X repostet hatte. Ich wurde erstmals in meinem Leben beschuldigt, eine Straftat begangen zu haben. „Tatort Internet, Tatörtlichkeit X“, so hieß es in dem Brief der Polizei.

Das beanstandete Bild zeigt auf der linken Seite eine historische Aufnahme von Adolf Hitler und auf der rechten Seite eine aktuelle Aufnahme von Putin. Hitler werden in einer........

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