KRATOS 2: 29 Festnahmen, aber niemand weiß, welche IPTV-Dienste getroffen wurden
KRATOS 2: 29 Festnahmen, aber niemand weiß, welche IPTV-Dienste getroffen wurden
Die europäische Strafermittlungsbehörde Europol meldet 29 Festnahmen bei KRATOS 2. Namen der IPTV-Dienste oder Domains nennt man aber nicht.
Sieben Monate internationale Ermittlungen
Viele Zahlen, kaum überprüfbare Fakten
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Europol liefert mehr Fragen als Antworten
29 Festnahmen, neun zerschlagene kriminelle Netzwerke, über 27.000 entfernte URLs und hunderte Durchsuchungen: Die jüngste Anti-Piraterie-Operation „KRATOS 2“ liest sich wie ein voller Erfolg. Zumindest auf dem Papier.
Doch wer die Pressemitteilungen von Europol und den beteiligten Behörden genauer liest, stößt auf ein bemerkenswertes Detail: Trotz der beeindruckenden Zahlen erfährt die Öffentlichkeit nicht, welche IPTV-Dienste, Streaming-Portale oder Betreiber tatsächlich betroffen waren.
Sieben Monate internationale Ermittlungen
Die von Bulgarien koordinierte Operation lief zwischen September 2025 und April 2026. Neben Europol beteiligten sich Ermittler aus Belgien, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, den Niederlanden, Polen, Rumänien, Spanien, Großbritannien, den USA und weiteren Staaten.
Laut den offiziellen Angaben wurden:
neun kriminelle Organisationen zerschlagen,
29 Personen festgenommen,
weitere 86 Verdächtige identifiziert,
148 Objekte durchsucht,
72 Ermittlungsverfahren eingeleitet beziehungsweise fortgeführt,
59 Fälle an die Justiz übergeben.
Für die Strafverfolger handelt es sich um einen bedeutenden Schlag gegen professionelle IPTV- und Streaming-Netzwerke, die urheberrechtlich geschützte Inhalte weltweit verbreiten.
Viele Zahlen, kaum überprüfbare Fakten
Während bei früheren Aktionen regelmäßig beschlagnahmte Domains oder abgeschaltete Plattformen öffentlich genannt wurden, bleibt KRATOS 2 erstaunlich vage.
Die Ermittler sprechen von:
169 gemeldeten Domains,
27.332 entfernten URLs,
722.961 identifizierten Rechtsverletzungen,
zusätzlich 4.370 Piraterie-Domains,
sowie 397.384 verdächtigen URLs.
Doch man nennt keine einzige Domain. Man hat keinen IPTV-Anbieter identifiziert. Auch wird kein Streaming-Portal erwähnt. Auch irgendwelche Namen beschlagnahmter Websites nennt man dabei nicht.
Für Journalisten, Forscher und Beobachter der Szene ist damit praktisch unmöglich nachzuvollziehen, welche Auswirkungen die Operation tatsächlich hatte.
Bekämpft Europol Infrastruktur statt Webseiten?
Eine........
