Massenüberwachung per Werbetracking: Webloc überwacht Smartphones weltweit
Massenüberwachung per Werbetracking: Webloc überwacht Smartphones weltweit
Massenüberwachung per Werbetracking: Webloc nutzt App-Daten – Behörden kaufen Standortdaten oftmals ohne richterliche Kontrolle.
Massenüberwachung per Werbetracking: Entstehung eines globalen Systems
500 Millionen Geräte nahezu in Echtzeit erfasst
Massenüberwachung per Werbetracking: Vom Tracking zur Überwachungsplattform
Smartphones im Zentrum der Datensammlung
Datensammlung im Werbeökosystem: Von anonymen Daten zu realen Personen
Wer nutzt solche Systeme?
Überwachung ohne richterliche Kontrolle
Mission Creep: Vom Terrorismus zur Alltagskriminalität
Europa: Zwischen DSGVO und Realität
Massenüberwachung per Werbetracking: Datenspur reduzieren
Kontrolle über den Datenverkehr
Grenzen des Selbstschutzes
Der aktuelle Bericht der kanadischen Forschungsgruppe Citizen Lab zeigt eine neue Dimension der Massenüberwachung per Werbetracking. Die Analyse der IT-Sicherheitsexperten legt offen, wie das System Webloc Daten aus Apps sowie der digitalen Werbeindustrie zusammenführt, um präzise Bewegungsprofile von Millionen Menschen zu erstellen. Die Daten stammen dabei nicht aus Hacks oder Abhöraktionen, sondern vorwiegend aus gewöhnlichen Smartphone-Apps.
Webloc wurde ursprünglich von der israelischen Firma Cobwebs Technologies entwickelt und wird aktuell vom US-Unternehmen Penlink vertrieben. Die Software greift auf riesige Datenströme aus der Werbeindustrie zu, sogenannte „Ad-Tech“-Daten, und verwandelt sie im Nachhinein in ein Überwachungswerkzeug.
Massenüberwachung per Werbetracking: Entstehung eines globalen Systems
Ein neuer Bericht von Citizen Lab zeichnet ein verstörendes Bild moderner Überwachung. Mit der Plattform Webloc können Behörden weltweit Bewegungsprofile von hunderten Millionen Menschen erstellen, basierend auf Daten aus Apps und digitaler Werbung.
Vormals von Geheimdiensten mit hohem Aufwand betrieben, hat sich aktuell globale Massenüberwachung per Werbetracking zum kommerziellen Produkt entwickelt. Citizen Lab legt offen, wie das System „Webloc“ funktioniert und wirft dabei erhebliche Fragen für Datenschutz, Grundrechte und demokratische Kontrolle auf.
Die Grundlage dafür bildet eine gigantische Datenmenge, die im Hintergrund der Werbeindustrie anfällt. Apps erfassen Daten über Nutzer und übertragen diese an Drittanbieter, ursprünglich zur Personalisierung von Werbung. Allerdings lassen sich diese Daten auch für andere Zwecke nutzen. Im Ergebnis entsteht eine weltweite Infrastruktur zur Auswertung von Standortdaten und zur Verhaltensanalyse.
500 Millionen Geräte nahezu in Echtzeit erfasst
Laut der Analyse der Sicherheitsforscher verarbeitet Webloc Standortdaten von bis zu 500 Millionen mobilen Geräten weltweit. Dabei handelt es sich nicht nur um einfache Positionsdaten, sondern um ein umfassendes Datenset, das unter anderem GPS-Koordinaten, detaillierte Bewegungsprofile, Geräteinformationen sowie Nutzungsgewohnheiten umfasst. In einigen Fällen lassen sich daraus sogar Interessen und demografische Merkmale ableiten.
Der Umfang und die Tiefe dieser Datensammlung sind erheblich. Die Informationen werden kontinuierlich aktualisiert und können über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren rückwirkend ausgewertet werden.
Das hat weitreichende Konsequenzen. Wer gegenwärtig erfasst wird, kann auch im Nachhinein umfassend analysiert werden, inklusive Aufenthaltsorten, täglichen Routinen und potenziellen sozialen Kontakten. Damit entsteht ein nahezu lückenloses Bild des persönlichen Lebensalltags. Damit zeigt sich die enorme Reichweite der Massenüberwachung per Werbetracking.
Massenüberwachung per Werbetracking: Vom Tracking zur Überwachungsplattform
Der Übergang vom Werbetracking hin zu einer umfassenden Überwachungsplattform verläuft weitgehend unbemerkt und ist technisch fließend. Die zugrunde liegenden Daten stammen dabei vor allem aus zwei zentralen Quellen. Zum einen aus in Apps integrierter Tracking-Software (SDKs), zum anderen aus Werbeauktionen in Echtzeit, dem sogenannten Real-Time Bidding.
Werbeprozesse in Echtzeit, auch als Real-Time Advertising (RTA) bezeichnet, gestatten den automatisierten Kauf und die Platzierung digitaler Anzeigen innerhalb weniger Sekunden. Beim Real-Time Bidding geben Algorithmen automatisiert Gebote, also Preisangebote, auf Werbeplätze ab, um gezielt bestimmte Nutzergruppen zu erreichen. Grundlage dafür sind umfangreiche Daten über die jeweiligen Nutzer, anhand derer entschieden wird, wie wertvoll ein einzelner Werbekontakt ist. Diese Abläufe sind Teil des sogenannten Programmatic Advertising, bei dem der digitale Werbemarkt weitgehend automatisiert abgewickelt wird.
Jedes Mal, wenn eine App Werbung lädt, werden im Hintergrund Nutzerdaten an eine Vielzahl von Unternehmen übertragen. Diese Informationen werden über verschiedene Stationen innerhalb der Werbeindustrie weitergegeben und gelangen über Datenbroker schließlich in Systeme wie Webloc.
Ursprünglich als Instrument zur Optimierung von Werbung gedacht, entwickelt sich das System auf diese Weise zu einer Infrastruktur, die........
