Gesegnete Mahlzeit zwischen Prassen und Fasten: Mönche kochten mit Leib und Seele
Manche heute üblichen Lebensmittel wie Kartoffeln, Mais oder Tomaten waren im Mitteleuropa des späten Mittelalters noch nicht bekannt. Und einen gut gedeckten Tisch mit allerlei Speisen gab es vor allem in den gehobenen und wohlhabenden Kreisen. Dazu zählte auch das Kloster auf der Reichenau, aus dem ein „Kochbuch“ aus der Zeit von etwa 1450 bis 1470 als Handschrift erhalten ist. Die Sammlung von insgesamt 105 Rezepten gilt damit als eines der ältesten überlieferten Kochbücher aus dem südwestdeutschen Raum. Demnach standen viele Fleisch- und Fischgerichte sowie Pasteten und Schmalzgebäck auf der Speisekarte der Mönche.
Manches erinnert an noch heute übliche Gerichte wie etwa Klöße aus Kalbfleisch in Suppenbrühe oder Teigtaschen mit allerlei Füllungen, vergleichbar mit Maultaschen oder Ravioli. Ungewöhnlich aus heutiger Sicht sind aber mitunter die Zutaten und vor allem die Art der Zubereitung. Und eine Herausforderung für dir damaligen Köche war es, dass im Kloster an rund 130 Tagen des Jahres Fastenzeit war, in der das Fleisch von vierfüßigen, warmblütigen Tiere und oft auch Tierprodukte wie Milch und Eier verboten waren. Fisch war erlaubt, da waren die Reichenauer Mönche natürlich durch den See gut versorgt mit Hecht, Felchen, Brachsen oder Schleien. Wobei die Fastengebote mitunter mit Fantasie und Kreativität umgangen wurden. Da landete auch Biber im Kochtopf oder Ofen, weil die Tiere im Wasser lebten und durch den geschuppten Schwanz einfach zu den Fischen gezählt wurden.
Beim sogenannten Kochbuch des........
