Weltmeisterschaft in Trumps Amerika: Fans ausgeschlossen, Hotels leer, Preise explodieren
Issa Laye Diop ist Fußball-begeistert und ein Ober-Fan seines Heimatlands Senegal. Er hat noch keine der drei Weltmeisterschaften verpasst, zu denen sich das Land qualifiziert hat. Zuletzt reiste der Präsident des Fan-Clubs „le 12ème Gaïndé“ 2022 nach Katar. Ob er allerdings in den USA dabei sein kann, weiß er nicht. Trotz der Versicherung von Fifa-Chef Gianni Infantino, der nach der Verleihung des eigens für Donald Trump erfundenen Friedenspreises im vergangenen Dezember erklärte: „Amerika heißt die Welt willkommen.“
Das gilt ausdrücklich nicht für Fans aus 19 Ländern, darunter den WM-Teilnehmern Senegal, Haiti, Elfenbeinküste und Iran, die Trump mit einem Reisebann belegt hat. Bürger aus 20 weiteren Staaten erhalten nur in Ausnahmefällen ein Visum und müssen dafür eine Kaution von bis zu 15.000 Dollar hinterlegen, die sie bei der Ausreise zurückerhalten. „Zum Schutz der Sicherheit der Vereinigten Staaten“, wie es heißt.
Die Statuten der Fifa verbieten jede Form von Diskriminierung im Weltfußball
Diop erzählte dem Magazin New Yorker, er habe sich dennoch um ein Visum beworben. Er hoffe, Trump könne sich am Ende umstimmen lassen und auch für Senegal Ausnahmen erlauben. So wie beim iranischen Team, das sich sportlich qualifiziert hatte. Trump wollte es wegen des Kriegs zunächst durch Italien ersetzen. Bevor er dann erklärte, die Mannschaft sei willkommen. Er wisse nur nicht, ob es aus Sorge „um ihr eigenes Leben und Sicherheit“ sinnvoll sei.
Gewiss widerspricht das den Statuten der Fifa, die einmal aus dem Geist des Friedens und der Völkerverständigung gegründet worden waren. Demnach ist jede Diskriminierung gegen „ein Land, Privatpersonen oder Gruppen von Menschen“ verboten und wird mit dem Ausschluss aus dem Weltfußballverband bedroht. Als sich die USA während der ersten Amtszeit Trumps um die Ausrichtung bewarben, machte Infantino 2017 darauf aufmerksam, dass der später gerichtlich kassierte „Muslim-Bann“ das Land disqualifiziere.
Nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus 2025 wollte die Fifa die Entscheidung nicht mehr umkehren. Obwohl niemals zuvor in der Geschichte eine WM in einem Land stattfand, das Touristen aus Teilnehmernationen pauschal verbannte. Dafür steht zu viel Geld auf dem Spiel. Eine Rekordsumme von geschätzt 13 Milliarden Dollar an Einnahmen, unter anderem aus Ticketverkäufen, Lizenzgebühren und Sponsorenverträgen. Ganz zu schweigen von den Investitionen an den Austragungsorten in den USA, Kanada und Mexiko.
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