Bärbel Bas: „Es ist manchmal schwer, morgens überhaupt aufzustehen“
Eine gewisse Maskerade gehört zum Wesen des politischen Systems dazu. Man gibt sich kontrolliert, allzu viel Privates soll nicht an die Öffentlichkeit dringen, man will sich nicht verletzlich zeigen. Bärbel Bas, die nach dem Tod ihrer Stieftochter Mitte Oktober alle politischen Spitzenämter aufgegeben hatte, hat diese Maske jetzt fallen lassen. In ihrem ersten Interview nach ihrem Rücktritt als SPD-Vorsitzende und Arbeitsministerin macht Bas aus ihren Gefühlen keinen Hehl – aus ihrer Trauer um ihre Stieftochter, aber auch aus ihrer Enttäuschung, wie Regierungskollegen mit ihr umgegangen seien.
In ihrer Rücktrittserklärung hatte sich die 58-Jährige massiv darüber beklagt, dass in dieser für sie persönlich schwierigen Zeit die Angriffe aus den Reihen des Koalitionspartners CDU/CSU auf sie weitergegangen seien. Rückblickend hätte sie diese Kritik wohl nicht so formuliert, wenn sie geahnt hätte, welches Ausmaß der dadurch ausgelöste Koalitionsstreit annehmen würde, sagt Bas nun. Doch zum Teil........
