Gefahr beim Gassigehen: Diese Fuchskrankheit kann auf Hunde und Menschen übertragen werden
Beim Gassigehen fühlen sich Hund und Halter meist sicher und ausgelassen, doch es lauern verschiedene Gefahren. Während man in der Stadt auf zu heißen Asphalt im Sommer oder für die Pfoten schädliches Streugut im Winter achten sollte, bestehen auch in der Natur potenzielle Probleme, die etwa durch Zecken oder Grannen ausgelöst werden.
Aber auch Wildtiere, wie Füchse, können gefährlich werden: Sie tragen häufig Krankheiten in sich, die nicht nur auf andere Tiere, sondern in seltenen Fällen auch auf Menschen übertragbar sind. Eine davon ist die Räude, ausgelöst durch winzige Milben, die juckende, entzündete Haut verursachen können. Wie die Erkrankung übertragen wird, welche Symptome sich beim Hund zeigen und wie Hundehalter sich und ihren Vierbeiner schützen können, lesen Sie hier.
Was ist Fuchsräude und wie kann die Krankheit auf Hunde übertragen werden?
Hundehalter werden in vielen Landkreisen regelmäßig davor gewarnt, wilden Füchsen, Fuchskadavern oder einem Fuchsbau nahezukommen, informiert die Seite parasitenportal.de. Der Grund: die Fuchsräude. Dabei handelt es sich um eine durch Grabmilben der Gattung Sarcoptes übertragene Hautkrankheit, die hochansteckend ist. Laut der Biologin Ursula Bauer vom Verein Aktion Tier wird sie deshalb auch Sarcoptes-Räude genannt. Für Füchse verläuft die Krankheit meist tödlich, da betroffene Tiere unter extremem Juckreiz leiden, sich blutig kratzen und durch die offenen Wunden Bakterien eindringen können. Diese verursachen Infektionen, die Füchse werden sehr schwach und können sich kein Futter mehr suchen.
Hunde können sich einerseits bei direktem Kontakt mit erkrankten Füchsen anstecken, was laut Bauer vorrangig für Jagdhunde wahrscheinlich sein dürfte. Andererseits können aber auch andere Haushunde, die in der freien Natur an Fuchsbauten unterwegs sind oder sich in Fuchskot wälzen, gefährdet sein. Milben können nämlich unter optimalen Umweltbedingungen mehrere Wochen ohne Wirt überleben, informiert das staatliche tierärztliche Untersuchungsamt Aulendorf. Wer mit seinem Hund in bekannterweise betroffenen Waldgebieten unterwegs ist, sollte seinen Hund vorsorglich an der Leine führen und vom Unterholz fernhalten, empfiehlt Aktion Tier.
Das Parasitenportal weist zudem darauf hin, dass Füchse nicht mehr nur ein Problem in Wäldern und auf dem Land sind. Zunehmend breiten sich Füchse auch in Städten aus, weil sie dort ohne zu jagen an Futter kommen. Doch durch die hohe Population können sich auch Parasiten wie Milben und Würmer leichter ausbreiten. So auch die Grabmilben, die die Fuchsräude auf Hunde übertragen und zur Gefahr werden können.
Fuchsräude: Was sind die Symptome beim Hund?
Die Milben können durch direkten oder indirekten Kontakt mit einem infizierten Fuchs leicht auf den Hund übertragen werden, informiert das Parasitenportal. Hat sich der Vierbeiner infiziert, kann die unbehandelte Räude schwere Schäden verursachen. Die Sarcoptes-Milben graben Gänge in die Haut, legen ihre Eier ab und lösen durch Speichel und Kot starken Juckreiz bei befallenen Tieren aus – sie kratzen sich oft so intensiv, dass die Haut verletzt wird und bakterielle Infektionen entstehen können. Häufig ist der Juckreiz so quälend, dass betroffene Hunde sich selbst beim Gassigehen ständig kratzen. Hundehalter sollten deshalb auf folgende Symptome achten:
andere Veränderungen des Fells und der Haut.
Bei Verdacht auf die Fuchskrankheit oder einen Milbenbefall sollten Hundehalter umgehend einen Tierarzt aufsuchen.
Wie kann Fuchsräude beim Hund behandelt werden?
Die gute Nachricht: Fuchsräude kann bei Hunden gut behandelt werden. Laut Parasitenportal gibt es Kautabletten gegen Milben, die auch gegen Zecken und Flöhe wirken. Dabei sollte die Dosis an das Gewicht des Tiers angepasst werden. Laut Aktion Tier schmecken diese Medikamente für Hunde wie Leckerlis und werden üblicherweise gern gefressen. Alternativ können die Tabletten in einem Stück Wurst versteckt verabreicht werden. Schon etwa sieben Tage nach der Einnahme zeigen sich deutliche Verbesserungen der Symptome. Spätestens nach vier Wochen sind keine Milben mehr nachweisbar. Zusätzlich bietet der Wirkstoff einen Schutz vor Neubefall für rund drei Monate.
Laut der Tierarztpraxis Scheidegg gibt es zudem Spot-On-Präparate zur Behandlung gegen Räudemilbenbefall, die auf die Haut im Nackenbereich des Hundes aufgetragen werden. Die Tierarztpraxis weist darauf hin, dass auch Decken, Körbchen und Geschirre von bereits befallenen Tieren ansteckend sein können – unter anderem auch für im Haushalt lebende Katzen. Die kontaminierten Gegenstände sollten deshalb gereinigt werden.
Ist Fuchsräude auch für Menschen gefährlich?
Laut Aktion Tier können die Grabmilben auch auf Menschen übergehen, führen aber nicht zu einer Räude-Erkrankung. Symptome wie Rötungen und Juckreiz können auftreten. Jedoch handelt es sich bei Menschen um einen sogenannten Fehlwirt, auf dem sich die Milben nicht vermehren. Nach kurzer Zeit sterben sie ab und damit verschwinden auch die Symptome wieder.
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