Lang ersehnter Regen bereitet Waldrapp-Migration Startschwierigkeiten
Morgens um 7 Uhr ist es noch verdächtig ruhig im Camp des Binninger Waldrapp-Teams. Die ersten Besucher sind schon im Anmarsch. Doch die kleine Zeltlandschaft auf dem Gelände des Flughafens wirkt noch ziemlich verschlafen. Helfer schnippeln Obst, andere bringen Brot. Eine Biertischgarnitur wird fürs Frühstück gedeckt. Das sieht wahrlich nicht nach Aufbruch aus. Und tatsächlich verbreitet sich die Nachricht schnell: Der Start der begleiteten Migration der Waldrappen ist für diesen Morgen abgesagt. Am Vortag hatte man sich lange mit der Frage beschäftigt, ob man die lange Reise mit den Jungvögeln ins ferne Andalusien wagen kann. Der im Hegau seit Wochen ersehnte Regen, begleitet von Gewitter und Wind, passt nicht zu dem übergroßen Schirm des Leichtfluggerätes. So wurde der Start ins spanische Winterquartier kurzfristig verschoben.
Am Montagmorgen wirkte die Lage dann zunächst gar nicht so dramatisch. Doch der Pilot hatte bereits entschieden, wie die Campleiterin Amelie Muntschick den anwesenden Naturfreunden erzählte. Der Pilot, das ist der Begründer des Waldrapp-Projektes, Johannes Fritz. Vor über 20 Jahren begann er mit der Rettung dieser stark gefährdete Vogelart. Bis ins 17. Jahrhundert gehörten Waldrappen wie Störche oder Kraniche zu den heimischen Zugvögeln. Doch die europäische Population wurde stark bejagt und schließlich ausgerottet. „Inzwischen existieren nur noch zwei Wildkolonien in Marokko, die jedoch kein Zugverhalten mehr zeigen“, heißt es in der Projektinformation.
Johannes Fritz hat es sich mit Unterstützung durch europäische und andere........
