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Diskussion um Lateinunterricht: Warum nutzlose Bildung eine gute Sache sein kann

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26.02.2026

Diskussion um Latein: Plädoyer für nutzlose Bildung

Diskussion um Latein: Plädoyer für nutzlose Bildung

Diskussion um Lateinunterricht Warum nutzlose Bildung eine gute Sache sein kann

Meinung | Düsseldorf · An österreichischen Gymnasien soll bei den alten Sprachen gekürzt werden. Der Aufschrei ist groß, zugleich wird auch in Deutschland munter über neue Schulfächer debattiert. Und immer geht es um Zweckmäßigkeit. Das aber ist ein bisschen zu einfach.

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Bitte was? Eine lateinische Inschrift.

Erste Stunde: Klima. Zweite Stunde: Digitale Welt. Große Pause. Dritte Stunde: Medien. Vierte Stunde: Alltagskompetenz (mit schriftlichem Test). Große Pause. Fünfte Stunde: Benehmen. Sechste Stunde: Berufsorientierung. Mittagspause. Und danach, wenn schon keiner mehr zuhört, eine Doppelstunde Glück.

Das ist ein fiktiver Stundenplan, aber alle genannten Inhalte sind schon einmal als reguläre Schulfächer in Deutschland vorgeschlagen oder sogar getestet worden. Die Diskussion um den Fächerkanon ist alt und unvermeidlich. Klassiker sind die Forderungen nach Unterricht in Wirtschaft und nach Abschaffung von Latein – in Österreich will die Regierung das Lateinpensum in der Oberstufe kürzen, zugunsten von Unterweisung unter anderem in künstlicher Intelligenz, was einen öffentlichen Aufschrei verursachte. In Zeiten schlauer werdender Übersetzungshilfen wirbt zudem etwa der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann dafür, die zweite Fremdsprache zu streichen.

Regelmäßig gehen in den sozialen Medien Beiträge junger Leute viral, die erhebliche Teile des bildungsbürgerlichen Wissenskanons vermittelt bekamen, nach eigenen Angaben aber von Versicherungen keinen Schimmer haben. Auch Geschichte gerät immer wieder ins Visier der Lehrplanoptimierer, etwa bei Verschiebungen in den Stundentafeln. Naturwissenschaften und Mathematik haben es hingegen deutlich einfacher – ihre Daseinsberechtigung gilt ohne größere Diskussionen als erwiesen.

Wer ein neues Fach will, muss woanders streichen

Stets lautet die Begründung der Änderungsvorstöße: Zweckmäßigkeit, gern auch als Sinnhaftigkeit aufgeladen. Das kann positiv formuliert sein (Dieses Fach brauchen wir, weil…) oder negativ (Dieses Fach brauchen wir nicht mehr, weil…) – beides geht unweigerlich Hand in Hand, weil die Fächerdebatte ein Nullsummenspiel ist: Wer hier etwas hinzufügt, wird dort etwas streichen müssen. Oder andersrum: Wer wagt,........

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