Mitten im Parteivorsitz-Chaos: Sag mal, SPÖ
Als unabhängiger Journalist will ich mich in die Human-Resources-Angelegenheiten der SPÖ nicht einmischen, allerdings werden im Zuge der aktuell stattfindenden Chaostage in der Löwelstraße Fragen aufgeworfen, die für die Republik und auch die Europäische Union von Bedeutung sind. Nämlich: Wofür steht die Sozialdemokratie eigentlich? Und: Brauchen wir sie überhaupt?
Sie haben bestimmt schon die Floskel gehört, wonach die Sozialdemokratie sich durch ihre Erfolge selbst überflüssig gemacht habe. Dieser Satz ist gleichzeitig wahr und falsch. Wahr daran ist, dass wir der Sozialdemokratie so ziemlich alle sozialen Errungenschaften der vergangenen eineinhalb Jahrhunderte verdanken und dass weitere Umverteilungsideen von der Mehrheit als politisch nicht wünschenswert oder nicht finanzierbar erachtet werden. Falsch daran ist jedoch, die Sozialdemokratie lediglich als Hüterin dieser Errungenschaften zu betrachten. Dummerweise sitzt ein Teil von ihr diesem Irrtum selbst auf. In alten Mustern steckengeblieben, verlangt und verspricht dieser Teil ein wachsendes Umverteilungsvolumen und muss damit scheitern und........
