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Ein Jahr Dreierkoalition: Die blinde Wut der Anderen

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20.02.2026

Die Institution der Vernunftehe leidet an einem hartnäckigen Imageproblem. Es mangle ihr an Feuer und deshalb an sinnstiftendem Zusammenhalt, heißt es. Stimmt das? Ich beziehe mich übrigens explizit auf die politische Vernunftehe, für Heiratstipps bin ich unzuständig. Die schwarz-rot-pinke Bundesregierung ist der Paradefall einer Vernunftehe, wilde Leidenschaft wallte da nie. Aber kühle Vernunft ist nicht der schlechteste Antrieb, um eine Republik zu lenken.

Einschub: profil wird nicht müde, Woche für Woche aufzuzeigen, wo diese Regierung irrt, Fehler begeht, es sich allzu leicht macht oder Ausritte in den Populismus unternimmt. Der Pallawatsch um die Wehrdienstverlängerung soll hier als Beispiel genügen.

Aber betrachten wir die Sache einmal so: Es hätte bei der Regierungsbildung vor einem Jahr anders kommen können. Die Alternative stand bereit, und sie lockte mit der stürmischen Romantik einer brachialen Zeitenwende und dem frivolen Pathos eines Volkskanzlers. Zur selben Zeit reiste die FPÖ-Abgeordnete Susanne Fürst nach Washington, D. C. zur Amtseinführung von Donald Trump. Der versprach ebenfalls........

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