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Zerschlagt die Kristall­kugeln, wo ihr sie trefft

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18.02.2026

Das Imperium von Peter Thiel erhält Risse – und der Tech-Milliardär muss reagieren. Nur so ist zu erklären, dass der von ihm gegründete Softwarekonzern Palantir Technologies jetzt gegen das in Zürich ansässige Onlinemagazin »Republik« klagen will. Das Recherchekollektiv WAV hat dort eine Recherche veröffentlicht, wonach die schweizer Armee kein Kunde von Palantir werden will – wegen befürchteten »Reputationsschadens« und weil die Firma auf US-Anforderung vertrauliche Daten an Geheimdienstegeben könnte.

Vier deutsche Länderpolizeien sind derzeit Kunden bei Palantir, weitere könnten folgen. Deshalb wiegt die Aussage von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius schwer, der nun eine Auftragsvergabe in anderer Sache an Stark Defence prüfen will – Thiel investiert hohe Summen in dieses deutsche Start-up für Kamikazedrohnen. Pistorius will ausschließen, dass der Demokratieverächter über Sperrminoritäten Einfluss auf Stark nehmen kann.

Der Name von Palantir zitiert die »sehenden Steine« aus J. R. R. Tolkiens »Herr der Ringe«. Es ist gut und richtig, wenn die Schweizer und nun auch die deutsche Armee diese Kristallkugeln zerschlägt – denn Thiel unterstützt Donald Trump und nennt Organisationen wie die Vereinten Nationen »Antichristen«. Jede Schlappe für Palantir trifft also auch den dräuenden US-Faschismus.

Mithilfe von KI überwacht werden Menschen in Deutschland oder der Schweiz dann aber trotzdem – denn die Länder wollen stattdessen europäische Software beschaffen.


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